Sie befinden sich hier:

Was bedeutet Leistungssport im Rudern?

Max und Tim, gutgelaunt
Max und Tim, gutgelaunt

Was versteht man unter Leistungssport?

Nach Meyers Lexikon ist Leistungsport jede Art sportlicher Tätigkeit, die im Gegensatz zum Breitensport mit dem Ziel der persönlichen Höchstleistung mit höherem Trainingsumfang, höherer Trainingsintensität und extensiverer Wettkampftätigkeit betrieben wird.
Orientiert das Sporttreiben sich darüber hinaus an den existierenden absoluten Normen des Rekords und der Meisterschaft mit einem Höchstmaß an persönlichen Einsatz, wird Leistungssport zum Spitzensport oder Hochleistungssport. Die Hauptkriterien für den Spitzensport sind hierbei Rekorde und internationale Erfolge bei Europa- und Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.
Wer schon einmal beim Arzt ein Belastungs-EKG hat machen lassen, kann in etwa erahnen, was Leistungssport bedeutet. Bei 160 Watt Tretwiderstand auf einem Fahrradergometer – hier wärmen sich Spitzensportler gerade erst einmal auf – reicht die Arzthelferin schon einmal ein Handtuch um den Schweiß abzuwischen. Die automatische Leistungserhöhung des Tretsystems um 20 Watt zeigt dann schon recht schnell, welches Leistungsniveau man erreicht hat, wenn der Puls rast und die Lunge brennt.
Rudern als Leistungssport kann ab etwa dem 12. Lebensjahr begonnen werden. Neben der körperlichen Entwicklung ist insbesondere die Gesundheit zur Ausübung dieser Sportart ausschlaggebend. Deshalb sind die Vereine auch verpflichtet, die Jugendlichen regelmäßig einer sportmedizinischen Untersuchung zu unterziehen. Obwohl Leistungssport grundsätzlich als gesundheitsfördernd gilt, können bei einer Missachtung diverser Faktoren, z.B. einem falschen Bewegungsablauf, Gelenke, Sehnen oder Muskeln zu Schaden kommen.

Die ruderische Betreuung hat in einem Aufbautraining das Ziel
• einen hohen, altersbezogenen Leistungszustand zu erreichen,
• die Beherrschung der wichtigen Rudertechniken auf stabilem Niveau,
• detaillierte Kenntnis der Trainingsmethoden,
• Stabilisierung einer hohen Leistungsmotivation
• die Teilnahme an altersspezifischen Wettkämpfen
• und Förderung der sozialen Kompetenz.

Dabei bedeutet Leistungssport für die Jugendlichen immer eine Einschränkung ihrer Freizeit, da bei ihnen auch die schulische und berufliche Ausbildung im Vordergrund stehen muss.
Um erbrachte Leistungen im Wettkampf relativieren zu können, sind nationale Ruderwettkampfregeln beim Deutschen Ruderverband festgelegt sowie für internationale Regatten die Bestimmungen des Ruderweltverbandes Fédération Internationale des Sociétés d´Aviron (FISA).

Die Altersklassen wie folgt eingeteilt:

Jungen und Mädchen 14 Jahre und jünger
Juniorinnen und Junioren B 15 – 16 Jahre
Juniorinnen und Junioren A 17 – 18 Jahre
Frauen und Männer B 19 – 22 Jahre
Frauen und Männer A 23 Jahre und älter
Masters mind. 27 Jahre
Die Klassen für die Masters sind dann nochmals in die acht Kategorien A bis H eingeteilt, entsprechend dem Mindestdurchschnittsalter der Bootsbesatzungen, wobei H – man möchte es kaum glauben – ein Mindestalter von 70 Jahren bedeutet!
Neben diesen Altersklassen sind noch Einstufungen in drei Leistungsklassen vorhanden, die die Anzahl der Siege in öffentlich ausgeschriebenen Regatten berücksichtigen.
Bei Leichtgewichten werden darüber hinaus die Durchschnittsgewichte und Einzelgewichte von Junioren / Juniorinnen bzw. Männern / Frauen berücksichtigt:


Kategorie Durchschnittsgewicht
der Mannschaft Einzelgewichte-und damit auch Gewicht des Einerruderers
Mädchen 12 Jahre 45,0 kg 45,0 kg
Mädchen 13 Jahre 50,0 kg 50,0 kg
Mädchen 14 Jahre 52,5 kg 52,5 kg
Jungen 12 Jahre 45,0 kg 45,0 kg
Jungen 13 Jahre 50,0 kg 50,0 kg
Jungen 14 Jahre 55,0 kg 52,5 kg

Juniorinnen A 55,0 kg 57,5 kg
Juniorinnen B 52,5 kg 55,0 kg
Frauen 57,0 kg 59,0 kg

Junioren A 65,0 kg 67,5 kg
Junioren B 62,5 kg 65,0 kg
Männer 70,0 kg 72,5 kg


Und zu guter Letzt ist noch die Regatta-Streckenlänge aufzuführen. Neben der allgemein bekannten Streckenlänge von 2000 m für Männer, Frauen und Junioren A, gelten noch weitere Einstufungen.


Normalstrecke
Junioren B 1500 m
Masters, Gig-Rennen 1000 m
Jungen und Mädchen 500 m bzw. 1000 m

Langstreckenregatta
Jungen und Mädchen 2000 m bzw. 3000 m
ab Junioren min. 4000 m

Sprintregatta
ab Junioren 300 m bzw. 500 m