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Juniorenregatta München


Samstagmorgen, 7 Grad Celsius, Sonnenaufgang, leichter Nebel steigt von der Regattastrecke auf – Zeit für ein Juniorenrennen. Das galt auch für Lukas Effert, Henry Duis (Saarbrücken), Jonas Burkhardt und Markus Feils (beide Worms) für den Vierer ohne Steuermann der Junioren A. Den bei diesen hervorragenden Bedingungen stattfindenden Vorlauf konnten sie als Dritte abschließen, bei drei Vorläufen und 6 Bahnen reicht das dann leider nicht für das Finale am Mittag. Das Rennen war von technischen Unzulänglichkeiten geprägt (nein, das Oberschleissheimer Wasser ist immer noch nicht härter zu rudern als andere stehende Gewässer), letztlich waren die ersten beiden Boote weit vorweg.

Einige Sonnenstunden später kam es nun zum (B-)finalen Showdown im Vierer ohne Steuermann. Hinter Booten aus Österreich und der Schweiz wurde hier in 6:55.75min der dritte Platz erreicht. Ich lasse weg, dass man als deutsches Boot in Bayern besser nicht gegen Österreich verliert… Auch wenn man hintereinander stattfindende Läufe nicht vergleichen darf ist es schon bezeichnend, dass bei gleichen äußerlichen Bedingungen das Siegerboot des Finals in 6:39.00min die 2000m bewältigen konnte. Hier ist noch viel Arbeit zu leisten!

Sonntagmorgen, 7 Grad Celsius, Dauerregen, dafür kein Nebel und Sonnenbrandgefahr. Der zweite Tag der Münchner Regatta stand für Lukas ganz im Zeichen des Achters. Im zweiten Achter des Südteams (Renngemeinschaft in diesem Fall bestehend aus Tübingen, Würzburg, Hanau, Limburg, Kassel, Koblenz und Neuwied) sitzend konnte im Vorlauf nur der enttäuschende vierte Platz errungen werden. Die Zeit von 6:00.12 reicht halt nicht hin, wenn das siegreiche britische Boot es in 5:49.41min über die Strecke bringt (und das Finale später in 5:46.85min gewinnt). Auch hier wieder die Teilnahme am B-Finale am Nachmittag. Vorletztes Rennen, die Motivation mehrere Stunden im strömenden Regen zu überbrücken um ein (Nicht-)Finale zu sehen hält sich beim Schreiber dieser Zeilen in sehr engen Grenzen...

Die Regatta fand zumindest für Lukas und mich dahingehend ein versöhnliches Ende, dass der zweite Lauf des Achters dann gewonnen werden konnte. In Summe also Platz 7 auf der internationalen Münchner Regatta.
Was sich mir nicht erschließt ist die Tatsache, dass man im Südteam offenbar davon ausgeht, dass Sportler, die bis zu sieben Einheiten die Woche trainieren, nur je einen Vorlauf und Finale per Tag schaffen. Zwei Finals per Tag sind zulässig und es wäre sicher nicht von Schaden gewesen, auch im Kleinboot mal einen Quervergleich zu haben. Wir sind ja hier nicht beim Fussball (max. Luft für 90 Minuten und ein bischen Nachspielzeit)…
In Köln soll alles anders werden: am kommenden Wochenende wird im Vierer ohne Steuermann und im Zweier ohne an beiden Tagen gestartet. Hier gilt es sich dann für Lukas und Henry sich neu aufzustellen und mit einer guten Kleinbootleistung sich für den ersten Achter des Südteams (Chronistenpflicht: 6 Platz im Finale München, also auch nicht wirklich besser) und einer guten Leistung im Großboot sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Die Chance ist da!


Nach dem langen Trainingswochenende des Südteams Ende April war dies die zweite Reise nach Oberschleissheim innerhalb weniger Tage. Eine dritte Reise nach Bayern ist vorgesehen: Die deutschen Jugendmeisterschaften werden heuer auf der Olypiaregattastrecke von 1972 ausgetragen. Ein besseres Flair kann in Deutschland nicht geboten werden. Eine gute Gelegenheit einen Sportler des Heimatvereins in Aktion zu erleben und München soll auch die ein oder andere Sehenswürdigkeit parat haben.

Stefan Kunz