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DJM in Müchen-Oberschleißheim

Zieleinlauf  Plätze 2 bis 4 im Vierer mit
Zieleinlauf Plätze 2 bis 4 im Vierer mit Quelle: Heinz Effert
Vierer auf dem Siegersteg
Vierer auf dem Siegersteg Quelle: Heinz Effert
Vierer mit Blumenfee im Dirndl unterm Regencape
Vierer mit Blumenfee im Dirndl unterm Regencape Quelle: Heinz Effert
Gruppenbild mit Dame
Gruppenbild mit Dame Quelle: Heinz Effert
Begossener Radbegleiter Stefan
Begossener Radbegleiter Stefan Quelle: Heinz Effert
Tipp für Ruderanfänger
Tipp für Ruderanfänger Quelle: Heinz Effert
Rowing Crew diskutiert, ob Bronze i.O. ist
Rowing Crew diskutiert, ob Bronze i.O. ist Quelle: Heinz Effert
Regattaverpflegung auf bayerisch
Regattaverpflegung auf bayerisch Quelle: Heinz Effert
Lauftreff (mit dem Tele über die Regattabahn)
Lauftreff (mit dem Tele über die Regattabahn) Quelle: Heinz Effert
Fahrt zum Start (Blattstellung!!)
Fahrt zum Start (Blattstellung!!) Quelle: Heinz Effert
Jetzt ist Endspurt angesagt!
Jetzt ist Endspurt angesagt! Quelle: Heinz Effert
letzte Hürde: Anlegen am Siegersteg
letzte Hürde: Anlegen am Siegersteg Quelle: Heinz Effert
Henry Duis, Lukas und Julius Müller
Henry Duis, Lukas und Julius Müller Quelle: Heinz Effert
In Erwartung der Siegerehrung
In Erwartung der Siegerehrung Quelle: Heinz Effert
Sieger auf den Knien
Sieger auf den Knien Quelle: Heinz Effert
Offizielles Siegerbild mit Tafel
Offizielles Siegerbild mit Tafel Quelle: DRV
Mit Gold zufrieden: Lukas Effert in der Bildmitte
Mit Gold zufrieden: Lukas Effert in der Bildmitte Quelle: Heinz Effert
strahlen auch: 1 x Mama, 2 x Jonas
strahlen auch: 1 x Mama, 2 x Jonas Quelle: Heinz Effert

Und es geht doch: München ist ein gutes Wasser


Für unseren aktuell erfolgreichsten Sportler ging das Wochenende auf der Olympia-Regattabahn von 1972 erfolgreich zu Ende: Gold im Achter und Bronze im gesteuerten Vierer der Junioren A. Nach dem verkorksten Saisonauftakt an gleicher Stelle folgte ein versöhnlicher Abschluss der Sommersaison 2017. Doch der Reihe nach.

Da in beiden Bootsklassen keine Vorläufe stattfanden starteten die jungen Athleten erst am Samstag in das eigentliche Regattaprogramm, die Bahnverteilungsrennen standen an. Ich persönlich bin kein großer Freund von taktischen Spielchen, deshalb hat es mich schon verwundert, dass der Bootstrainer zumindest im Vierer die Parole ausgegeben hat „Nur ned hudele“, bayerisch in etwa für „nur keine Hektik“. Ergebnis: Vollgas bis 1250m mit dem gigantischen Argument die anderen ärgern zu wollen und dann Wanderfahrt ins Ziel. Bei aller Liebe: DAS krieg ich auch noch hin und ist meiner Meinung nach nicht im Sinne des Erfinders. So ein Auftaktrennen kann als Chance genutzt werden in den Wettkampfmodus zu kommen und die Sportler „auf Kurs“ zu bringen. Ergebnis des subjektiv etwas luschigen Auftritts: Bahn 6 im Finale.

Das Bahnverteilungsrennen des Achters hatte dann wiederum etwas mit dem Sport zu tun, den wir lieben. Souveräner Start-Ziel-Sieg, hier wurden die jungen Herren offensichtlich auf Gasgeben programmiert und haben nichts anbrennen lassen. Ergebnis: Bahn 4 im Finale, Mittelbahn, beste Bahn und damit gute Voraussetzungen für ein gelungenes Finale.

Sonntagmorgen, 10:42 Uhr. Es schifft wie aus Eimern, ich bin in meinem Leben selten so nass geworden, aber was tut man nicht alles. Rote Ampel – grüne Ampel und es geht los. Das Boot mit Lukas auf Schlag liegt deutlich hinten, bis 500m ist es eine Bootslänge Rückstand auf Rang 3. Jetzt kann man Lukas vieles nachsagen, aber nicht, dass er nicht kämpfen kann. Angetrieben von ihrem Steuermann Max Schwartzkopf (Frankfurt) schoben Johannes Overhage (Frankfurt), Julius Müller (Koblenz), Paul Kirsch (Aschaffenburg) und Lukas Effert das Boot permanent an das Führungstrio ran. Gold und Silber war bei 1000m vergeben, letztlich erkämpften sich die Jungs die Bronzemedaille mit einem denkbar knappen Vorsprung von 0.75 Sekunden vor dem viertplatzierten Boot.

Diese Aufholjagd war sehenswert, die Schlagzahl ging seltenst unter 37, was man erstmal länger als 10 Schläge durchhalten muss. Imponiert hat mir der Kampfgeist und der Wille, die Medaille haben zu wollen. Die Freude über Bronze brauchte auch etwas länger, direkt nach der Siegerehrung überwog der Frust über ein „verka(/&)tes“ Rennen. Lieber Lukas, ganz ruhig. Das war toller Sport und Bronze ist aller Ehren wert.

Sonntagnachmittag, 17:30 Uhr. Achterzeit in Oberschleißheim. Ich gebe zu, ich war nervös. Wenn auch nicht so nervös wie die eigens angereisten Familienmitglieder. Sollte den Jungs jetzt der ganz große Wurf gelingen? 2000m später war klar: JA, es gelang! Ein fulminanter Start-Ziel-Sieg brachte Gold für Lukas und damit für den GTRVN.

Ein sehr guter Start brachte das Boot in Führung, Schlagzahl 47, da hat es mich fast vom Radl gehauen… Dann etwas ruhigerer Streckenschlag (so grob 38) und an den vorab abgestimmten Punkten die Spurts (die ja mehr der Konzentration dienen als der Beschleunigung). Nach 1500m war klar: kentern oder Gold.

Die Crew des Südteam-Achters hat zu keinem Zeitpunkt etwas anbrennen lassen und erruderte sich in 5:45.94 und einer halben Bootslänge Vorsprung die Goldmedaille auf den Deutschen Meisterschaften. Zweiter wurde das Team NRW, Bronze ging an die Renngemeinschaft aus Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern.

Mit diesem Rennen war dann auch Lukas zufrieden… Nachdem die Regattasprecher „Gymnasial-Turn-Ruder-Verein Neuwied“ ja in den letzten Jahren wieder öfter geübt haben, ging es bei der Siegerehrung dann auch unfallfrei über die Lippen. Ein schöner Moment. Gemeinsam mit Lukas saßen im Boot: Henry Duis (Saarbrücken), Julius Müller (Koblenz), Johannes Overhage (Frankfurt), Elias Kun (2000, Tübingen), Henry Hopmann (Hanau), Jasper Angl (Konstanz), Oliver Peikert (Nürtingen), Steuermann Max F. Schwartzkopff (Frankfurt). Letzterer ging stilecht baden, wie man das halt so macht. Max konnte übrigens nicht bestätigen, dass das Wasser in Oberschleißheim härter ist als anderswo (kleiner Running Gag mit Lukas).

Was jetzt kommt ist rein meine ganz persönliche Meinung: Mich freut es sehr, zum einen für Lukas, aber auch für seinen bis einschließlich Hamburg in einem Boot sitzenden Zweierpartner Henry Duis aus Saarbrücken, dass die beiden die Saison mit diesem Erfolg krönen konnten. Hinter den Kulissen gab es nach der Regatta in Hamburg reichlich Diskussionen usw. Leider war das Ergebnis, dass der Zweier getrennt wurde. Henry musste nach Hamburg einen neuen Partner suchen (und hat ihn auch gefunden). Auch im Juniorensport wird schon große Politik gemacht und mit recht harten Bandagen gekämpft. Umso schöner, dass ihr diesen Erfolg gemeinsam habt. Das nimmt euch keiner mehr (sorry, Melvin – wir erinnern uns).

Stefan Kunz

Nachtrag von Lukas: Danke für die tolle Unterstützung im Verein, besonders an die AHs, die meistens die Zeiten und Zwischenergebnisse besser parat haben als ich. Ein besonderer Dank geht an meine Familie, die Wäscheberge werden von Mama immer gut weggearbeitet, mein Vater kümmert sich um Logistik, Bilder und alles was sonst so anfällt. Ich bin fürs Rudern immer viel unterwegs, aber das Bootshaus ist meine sportliche Heimat, egal wo ich für den GTRVN starte.