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Sommer-Wanderfahrt auf Lübecker Gewässern

Den Witz dazu gibt´s später!
Den Witz dazu gibt´s später! Quelle: Peter Daberkow
Restarbeiten am Steg
Restarbeiten am Steg Quelle: Peter Daberkow
Kampf dem 11-Uhr-Loch
Kampf dem 11-Uhr-Loch Quelle: Peter Daberkow
Lisa von Lübeck
Lisa von Lübeck Quelle: Peter Daberkow
Kultur muß sein
Kultur muß sein Quelle: Peter Daberkow
Posieren auf bekanntem Terrain
Posieren auf bekanntem Terrain Quelle: Peter Daberkow
Für solche Tafeln hätten wir gar keinen Platz
Für solche Tafeln hätten wir gar keinen Platz Quelle: Peter Daberkow

Sommerwanderfahrt 2017 vom 20. August bis 28. August
In und um Lübeck


Teilnehmer:
Günter Ballmann, Ernst Bergner, Peter Daberkow, Klaus Dalpke, Dr. Thomas Hille,
Dorothee Huth, Christine und Dr. Jürgen Kloos, Dieter Kunz, Christel Malzi, Klara und Friedhelm Pasch, Inge und Hans Racky, Ingrid Rauwolf, Irmgard Reisdorff, Christa Zöller


Bereits im April fand die Vorfahrt mit Klaus Dalpke, Dr. Thomas Hille und Helena Dive statt. Mit tatkräftiger Hilfe von Dieter Sonnenberger und Atze Krüger von der Lübecker RG wurden die Etappen und die Lokalitäten für die kulinarischen Genüsse ausgesucht.

Am 20. August fuhren 17 Ruderinnen und Ruderer entspannt mit Vereinsbus und einem Mietbus nach Lübeck. Quartier war das Hotel „Wakenitzblick“, unweit von der Lübecker RG. Die Boote - 3 Vierer - wurden von der Lübecker RG gestellt, so dass der Bootstransport entfiel. Das war sehr angenehm.

Die 1. Etappe führte uns nach Travemünde, vorbei an dem historischen Fischerdorf Gothmund. Vom Wasser aus sahen wir die reetgedeckten Fischerhäuser, die teilweise unter Denkmalschutz stehen. Die Siedlung diente ursprünglich als Zwischenstation, um den von der Ostsee kommenden Fischern die lange Rückreise auf der Trave zu den Lübecker Häfen abzukürzen. Im natürlichen Schutzhafen sind heute noch einige aktive Fischerboote vorhanden.

Im Restaurant des Seglervereins Schlutup wurde zu Mittag gegessen. Schlutup ist ein altes Fischerdorf am Unterlauf der Trave. Bis zur Deutschen Einheit im Jahre 1990 lag der Ort direkt an der innerdeutschen Grenze. Gestärkt ging es auf der Trave durch eine eher eintönige Landschaft Richtung Travemünde. Nach einiger Zeit kam der Fährhafen in Sicht mit den großen Fährschiffen, die nach Skandinavien auslaufen, dann die imposante Vorderreihe des Ostseeheilbades, gerne bezeichnet als schönste Tochter Lübecks. Links die historischen Häuser und auf der rechten Seite vor uns die Viermastbark „Passat“, Travemündes Wahrzeichen und Museum. 39 Mal hat die „Passat“ Kap Hoorn umrundet. Im Jahre 1959 wurde sie außer Dienst gestellt. Seitdem liegt sie fest vertäut am Priwallufer. Die Vorbeifahrt mit den Ruderbooten an dem gewaltigen Rumpf war ein besonderes Erlebnis für uns. Wir wagten uns dann noch ein Stück auf die Ostsee. Bei dem Seegang war jedoch eine baldige Rückkehr zum Seglerhafen angezeigt.

Die 2. Etappe ging logischerweise von Travemünde zurück nach Lübeck, wieder mit einem Stück Ostsee - diesmal etwas weiter, denn der Seegang war mäßig, dennoch: Dänemark war mit den Ruderbooten unerreichbar -, vorbei an dem Maritim Strandhotel Travemünde. Dieses Hochhaus, auch ein Wahrzeichen von Travemünde, wurde im Jahre 1974 fertiggestellt und misst 119 Meter. Bis auf die Pause um 11 Uhr mit einer Flasche guten Leutesdorfer Weins ging es zügig zurück zur Lübecker RG.

Die 3. Etappe führte uns westwärts ins Land, zunächst auf der Wakenitz bis zum Fährhaus Rothenhusen, einzigartig am Eingang zum Ratzeburger See gelegen. Das Wetter erlaubte uns, eine Stärkung auf der Gartenterrasse zu uns zu nehmen, der Blick auf den See kostenlos. Auf spiegelglattem Wasser ruderten wir mitten im See Richtung Ratzeburg. Das war fantastisch.

Am Bootshaus des Ratzeburger Ruderclubs angekommen, konnten wir auf Tafeln die zahlreichen Erfolge dieses traditionsreichen Clubs bewundern, natürlich auch den Olympiasieg 1960 in Rom des legendären „Karl-Adam-Achters“, bis heute eine der Großtaten im deutschen Sport.

Die Rückfahrt am nächsten Tag war nicht ganz so gemütlich. Nach Umrundung der Dominsel machte der leichte Wind, der glücklicherweise die Boote vor sich her schob, das Rudern etwas beschwerlicher. Dass das Steuern von Ruderbooten nicht ganz so einfach ist, zeigte sich dann in der Mitte der Strecke. Dem Steuermann eines Bootes wurde gesagt: Halte auf das rote Haus zu, das Du ganz in der Ferne siehst. Er hatte aber noch ein weiteres rotes Haus entdeckt, auf das er zusteuerte. Das war aber plötzlich verschwunden. Da war er jedoch längst vom Kurs abgekommen, was die Besatzungen der beiden anderen Boote etwas amüsierte. Jedenfalls fiel dieses Boot vom 1. Platz auf dem 3. Platz zurück und musste eine Ehrenrunde bis zur Einfahrt in die Wakenitz drehen. Mittagspause war im Ausflugslokal Absalonshorst, danach zurück zur Lübecker RG.

Natürlich war wieder ein ruderfreier Tag eingeplant, diesmal mit Besichtigung der erst vor kurzem eröffneten Elbphilharmonie in Hamburg. Eine Führerin - geboren in Italien - zeigte uns mit entsprechenden Erläuterungen - außer den Konzertsälen - dieses imposante neue Wahrzeichen von Hamburg. Unsere Ruderkameraden Dirk und Jutta Horten, die in Hamburg wohnen, begleiteten uns und gaben zusätzliche Informationen. Ein Essen in einem Lokal im Portugieser-Viertel rundete den Tag ab.

Die beiden letzten Etappen lagen vor uns, zunächst auf der Trave Richtung Bad Oldesloe mit Zwischenstation an der Kanustation des SV Hamberge. Hier hatte der Landdienst ein köstliches Picknick hergerichtet. Nach einer ausgedehnten Mittagspause ruderten wir weiter die Trave aufwärts bis etwa Groß Barnitz. Dann war die Trave so verkrautet, dass ein Weiterrudern nicht möglich war, also zurück zum Lagerplatz des SV Hamberge. Am nächsten Tag die Rückfahrt auf der Trave zur Lübecker RG, Mittagspause im Bootshaus mit einer leckeren Suppe. Die letzte Etappe dann rund um Lübeck ohne Landdienst mit Christel auf dem Kiel. Wir konnten nochmal viele Sehenswürdigkeiten von Lübeck vom Wasser aus betrachten. Es war zum Ausklang eine gemütliche Etappe.

Der letzte Abend fand ebenfalls in der Lübecker Rudergesellschaft statt mit einem leckeren Büffet. Dank von Hans Racky und Überreichung von Geschenken durch Christel Malzi an Alle, die die Wanderfahrt vorbereitet und geholfen haben, sie durchzuführen. Ein besonderer Dank galt auch Dieter Sonnenberger - ein ehemaliger Neuwieder - von der Lübecker Rudergesellschaft, der uns mit Rat und Tat zur Seite stand und uns die Vorbereitungen erleichtert hat.

Zum Schluss die Ankündigung von Klaus Dalpke, dass er im nächsten Jahr die letzte Wanderfahrt dieser Art vorbereitet und durchführt mit einem besonderen Ziel: Murtensee, Bieler See, Neuenburger See und Aare in der Schweiz.

Klaus Dalpke