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Federweißer-Tour I

Saubere Wasserarbeit
Saubere Wasserarbeit Quelle: Peter Daberkow
Pfalzgrafenstein
Pfalzgrafenstein Quelle: Peter Daberkow
Friedhelm
Friedhelm Quelle: Peter Daberkow
Suche im Gepäck nach ???
Suche im Gepäck nach ??? Quelle: Peter Daberkow
Rast im Trockenen
Rast im Trockenen Quelle: Peter Daberkow

Federweißer Tour von Mainz über Bacharach bis Neuwied

Aus jahrelanger Tradition brachen 16 ältere Damen und Herren des GTRV-Neuwied einschließlich einiger Freunde aus der NRG auf zur alljährlichen Federweißer Tour. In diesem Jahr waren wir besonders früh: Samstag, den 07. Oktober bis Sonntag, den 08. Oktober. Wir hofften bei dem sehr frühen Termin auf noch sehr schönes Herbstwetter.

Leider wurden unsere Erwartungen nicht erfüllt. Der Wettergott war uns in diesem Jahr nicht unbedingt hold. Ruderer kennen weniger schlechtes Wetter als falsche Kleidung. Und so waren wir auf Regen und starken Gegenwind bei hohem Wellengang auf dem Wasser bestens eingestellt.

Jochem Rauwolf war wieder so freundlich,mit Christines Auto die drei Ruderboote am Samstag in der Früh nach Mainz zu bringen. Mit dem Vereinsbus fuhren die weiteren Ruderer ebenso nach Mainz. Am Bootshaus der Mainzer Rudergesellschaft wurden die drei Vierer abgeladen und Jochem konnte mit dem leeren Anhänger wieder nach Neuwied zurückfahren. Einige unserer Ruderkameraden, die am Freitag bereits mit dem Zug zum Übernachten nach Bacharach vorgefahren waren, wurden in Mainz am Bahnhof abgeholt, bevor wir gemeinsam die Boote aufs Wasser setzen konnten.

Die erste Etappe führte uns nach Ingelheim, wo wir uns vorher bei einem freundlichen italienischen Restaurant zum Mittagessen angemeldet hatten. Ein Landdienst fuhr in der Zeit mit dem Bus nach Ingelheim, um für die weitere Etappe am Nachmittag dann ins Boot zu wechseln. Auf der Strecke Mainz - Ingelheim sorgte der heftige Gegenwind und viel Schiffsverkehr zwar für hohen Wellengang, aber der Himmel hielt seine Schleusen noch geschlossen.

Anders die anschließende Fahrt bis zum Ende der Tagesetappe nach Bacharach. Bald schon öffnete sich der Himmel und die Mannschaften mussten in Regenkleidung rudern. Die Fahrt an Rüdesheim vorbei und durchs Binger Loch war mit starkem Schiffsverkehr –
dazu noch viele weiße Passagierschiffe – etwas ungemütlich, doch mit guten Steuerleuten wurde auch dieser Abschnitt gut beherrscht.

Nachdem wir die drei Boote im Gelände des Bacharacher-Ruder-Vereins abgelegt hatten, ging es in die Gaststätte des Bootshauses, um nach den Anstrengungen des Tages ein gutes Glas Federweißer zu genießen. Hier erfuhren wir gleich, dass wir zwar in diesem Jahr früher als üblich den Termin unserer Tour gelegt hatten, aber die Weinlese hatte auch schon früher stattgefunden. Der Wirt hatte im Ort keinen Federweißer mehr besorgen können, so dass uns mit seinen wenigen Vorräten nurmehr eine Federweißerprobe möglich war. Beim Abendessen im Ort schmeckte uns dann aber auch ein gutes Glas Wein. So ließen wir den Abend in guter Stimmung ausklingen.

Am nächsten Tag war der Himmel in der Früh zwar noch wolkenverhangen, aber es deuteten sich auch einige blaue Stellen an. Der Gegenwind war immer noch stark und so auch die Wellen auf dem Wasser. Als erstes wurde die Pfalz zu Kaub durchquert. Das nachfolgende Tal der Loreley wurde mit leichtem Schiffsverkehr ohne Probleme durchfahren. Darum gab es dann vor St.Goarshausen für die Mannschaften von zwei Booten Anlass kurz anzuhalten, um das gute Gelingen mit einer Flasche Sekt zu feiern.

Auf der weiteren Fahrt nach Boppard holte uns der Regen wieder ein; immer nur kurze Schauer. Von schönen Herbstfarben an den Ufern war wenig zu erkennen. In Boppard wurde noch einmal der Landdienst gewechselt. Bei der Mittagsrast in Lahnstein, im schwimmenden Bootsanleger mit Bewirtung, konnten wir die Boote im Wasser liegen lassen und in der kleinen Gaststube einen einfachen Eintopf zu uns nehmen.

Gestärkt ging es auf die restliche Strecke nach Neuwied. Es sah zunächst so aus, als ob der Himmel sich mehr für die Farbe Blau entscheiden wollte. Aber ab Koblenz wurden wir doch eines Besseren belehrt. Der Regen setzte sein Spiel ohne Unterbrechung bis zum Ziel fort. Regenkleidung war auf dem Rest der Strecke obligatorisch. So fuhren alle Teilnehmer dieser Wanderfahrt, nach dem Reinigen der Boote und Einlagern in den Bootshallen erschöpft nach Hause.


F. Pasch