Sie befinden sich hier:

Herbstregatten

Quelle: privat
Quelle: privat
Quelle: privat
Lukas und Melvin
Lukas und Melvin Quelle: privat

Herbst - Zeit für die kleinen Regatten

Die Sommersaison ist gelaufen, die Medaillen hängen an der Wand, die Sommerferien sind ebenfalls rum: Zeit für die Regatten, bei denen es neben dem sportlichen Ehrgeiz zu gewinnen auch etwas mehr um „Spaß am Rudern und am Wettkampf“ geht. Und klarer Vorteil: Die Strecken sind kürzer. Mann/Frau muss sich nicht über 2000m quälen sondern kann sich auf einer kürzeren Distanz mit den Gegnern messen.

Der Reigen der „kleineren“ Regatten wurde in diesem Jahr mit dem Besuch der Limburger Regatta eröffnet. Hier starteten neben Melvin Hauschild und Lukas Effert auch jüngere Ruderer, die hier Regattaluft schnupperten und erste Erfolge einfuhren. Für „Alges Jungs“ war das dann auch zugleich die letzte Regatta der Saison, Details sind im separaten Bericht von Alge zu finden.

Weiter ging die Saison noch für Lukas Effert und Melvin Hauschild (der eine mit Rücken, der andere Zustand nach kaputtem Knie). Sie sind in diesem Herbst ins Boot gestiegen und haben Ende September die Farben des GTRVN in Krefeld auf dem Elfrather See vertreten. Das Einer-Rennen konnte Lukas souverän vor seinem Koblenzer Trainingskameraden Julius Müller gewinnen (5 Sekunden Zeitunterschied oder 2,5 Bootslängen sind auf 1000m schon ordentlich). Und hier kommt er ins Spiel: Der Rücken. Das für Lukas zweite Rennen des Tages war der Männer-Doppelzweier, gemeinsam mit Melvin. Hier sind unsere beiden Athleten leider nicht über den fünften Platz hinausgekommen. Aber positiv: Melvin ist nach mehr als einem Jahr zwangsweisem ruderischem Nichtstun wieder ins Boot gestiegen und hat sich dem Wettkampf gestellt. Negativ: Lukas hatte nach dem Rennen größere Rückenbeschwerden. Details besser nicht auf der Homepage, Lukas kann jedenfalls nichts dafür. Wiederum positiv: der Ehrgeiz bei beiden ist geweckt auch im kommenden Jahr, vielleicht ja dann auch gemeinsam mit weiteren ehemaligen und aktiven Ruderern, auf kleineren Regatten zu starten.

Für Lukas ging es eine Woche später dann auf die traditionsreiche „Regatta Grüner Moselpokal“ mit Start und Ziel in Bernkastel-Kues (das beruderte Gewässer ist hoffentlich klar). Hier gab es für unseren Athleten dann im Einer über die (unchristlich langen) 4000m einen herben Dämpfer, das Rennen wurde auf dem zweiten Platz beendet. „Ich bin zu locker gefahren“, war Lukas´ Begründung. Wenn man ergänzend weiß, dass der siegreiche Gegner aufgrund eines Bootsschadens nicht am Start erschienen war und später gestartet ist (bei der Langstrecke starten die Boote nacheinander, nicht parallel) kann man die Erklärung zumindest ansatzweise nachvollziehen, weil der für ihn nicht sichtbar war. Genug Lukas-Bashing.

Im zweiten Rennen des Tages war Lukas als jüngster Sportler in einem Männer-Achter eingesetzt. Die Renngemeinschaft bestehend aus Sportlern aus Koblenz, Saarbrücken, Köln, Leverkusen, Neuwied und des Cadetten RV Dudok van Heel landete auf dem dritten Platz. Wenn man bedenkt, dass diese Kombination so noch nie gefahren ist, ist das eine ordentliche Leistung hinter dem eingefahrenen siegreichen Boot aus NRW und einer Truppe aus dem Südwesten und Köln. Mangelnde Ambitionen kann man dem niederländischen Schlagmann jedenfalls nicht unterstellen: im Schnitt mit Schlagzahl 36-40 über die Strecke zu jagen erfordert für manchen schon ein Sauerstoffzelt im Anschluss. „Bernkastel ist eine sehr schöne Regatta, leider hat dieses Jahr das Wetter nicht mitgespielt“, so Lukas am Ende des Tages.

Neben Lukas startete auch Wilhelm Schumacher im Masters-Gig-Doppelvierer mit Steuermensch, in Renngemeinschaft mit Ruderern aus Koblenz, Mainz und Ingelheim. Diese Crew erreichte den dritten Platz in einem Rennen mit internationalem Flair: die zweitplatzierte Mannschaft startete für den „Melbourne University Boat Club“. Offen ist hier die Frage, wieso Mastersruderer für die Universität starten können… Seniorenstudium?
Dass man im Rahmenprogramm der Regatta auch gut Wein trinken kann und der gesellige Teil nicht zu kurz kommt, soll hier nicht verschwiegen werden. Die diversen Gläser der Regatten 80er Jahre stehen als stumme Zeugen bei meinen Eltern im Schrank… Auch Bernkastel ist eine Regatta, die man gut und gerne in jedem Alter fahren kann, für Kinder gibt es dann natürlich Traubensaft statt Wein.

Mit diesen Regatten ist die Saison 2017 endgültig abgeschlossen, es geht nun mit dem Winterprogramm weiter. Für die jüngeren Sportler, die sich unter der Betreuung von Alge Kaltenborn an die ersten ruderischen Erfolge herantasten, werden Termine auf dem Wasser und in der Halle bzw. am Bootshaus angeboten. Das Betreuerteam bestehend aus Alge, Lukas (Kurpjuhn), Melvin und Jonas (Effert) wird sich auch im Winter um die Sportler kümmern um sie dann fit in die neue Saison zu bringen. Interessierte sind weiterhin jederzeit herzlich willkommen, das junge Team freut sich über jeden, der mitmachen will! Der Plan ist, im kommenden Jahr wieder mehr Regatten zu besuchen und alle, die möchten, im Training und auf Regatten zu betreuen.

Wir werden an Ostern ein Trainingslager anbieten um hier die rudertechnischen Grundlagen für die Saison 2018 zu legen. Und nicht zuletzt werden ehemaliger Leistungsruderer wieder ins Geschehen eingreifen. Das Ziel auf der Deutschen Sprintmeisterschaft nächstes Jahr zu starten steht z.B. für Ruben und Melvin in den guten Vorsätzen für 2018. Ich bin gespannt, wie sich der GTRVN in der kommenden Rudersaison präsentiert und freue mich auf die Berichte von Rennen über alle Distanzen, von Kinderrennen über Marathon bis zur Jugendmeisterschaft.

Stefan Kunz