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An Himmelfahrt auf Saar und Mosel

Mit Rudern halt, Blätter auf´s Wasser
Mit Rudern halt, Blätter auf´s Wasser Quelle: Christel Malzi
Fröhliche Gruppe um ein Boot
Fröhliche Gruppe um ein Boot Quelle: Axel Gundlach

Eine GTRVN- Ruder- Wanderfahrt an Christi Himmelfahrt vom 09.05. bis 13.05.2018 von Saarlouis nach Trittenheim.

Was geschieht, wenn ein altbewährtes Ruderteam Klara und Friedhelm Pasch verkünden: Wir möchten keine Christi Himmelfahrts-Wanderfahrt mehr planen und werden uns zurückziehen. Da ist guter Rat teuer, und wir entschlossen uns, nach dem Prinzip von Vater Raiffeisen „Gemeinsam geht alles besser“ zu handeln. Wir wollen nicht besser sein, denn das geht gar nicht, wir wollten es nur einfacher haben und die Organisation auf verschiedene Schultern verteilen.


Sehr spät fingen wir an zu organisieren. Es war schon Dezember 2017 als ich alte Unterlagen von ehemaligen Wanderfahrten durchblätterte. Klaus Huth aus Essen, ebenfalls jemand, der diese Rudertour nicht ausfallen lassen wollte, wurde zu Rate gezogen und wir einigten uns auf „Saar und Mosel“.


Er war zuständig für die Etappeneinteilung und ich organisierte vor Ort. Die späte Hotelsuche war ein Problem. Außer in unserem endgültigen Standquartier „Mühlenthaler Parkhotel“ in Konz bekam ich überall Absagen.


12 Ruderer und ein Wanderer (aus Essen, Krefeld und Neuwied) trafen sich am 9. Mai um 14.oo Uhr am Bootshaus. Empfangen wurden sie mit Kaffee und Kuchen, um sich vor der langen Fahrt nach Saarlouis noch zu stärken. Anschließend begann unsere “Abenteuer-Tour“ wie ich sie nannte (da alles ohne vorherige Vorfahrt ablaufen musste) mit 3 PKW´s, Bootsanhänger und 2 Booten (Vierer+). Der Kanu Club Undine Saarlouis war unser Ziel, dort wurden die Boote abgeladen und gelagert. Mit dem leeren Hänger ging es zurück nach Konz. Eine Stadt, unmittelbar an der Saarmündung liegend und ehemaliger Sommersitz des römischen Kaisers Valentinian I. Nur noch wenige Ruinen sind von der einst prächtigen Villa erhalten.

Dank Internet und Handy konnten wir Speiselokale ausfindig machen und reservieren. Der Ratskeller, drei Minuten von unserer Unterkunft entfernt am Marktplatz gelegen, war für uns ideal und bot auch schmackhaftes Essen an.

Donnerstag, 10.5.2018:
unser 1. Rudertag von Saarlouis (Fluss-km 61,2) nach Mettlach (31 Ruder-km) gestaltete sich etwas trügerisch.
Regnerisch sah dieser Tag aus und in Saarlouis suchten wir erst einmal unter einem Vordach Schutz vor den unterschiedlich starken Regengüssen. Unser Ruderslogan „Das Wetter wird am Bootshaus oder an den Booten gemacht“ galt auch an diesem Tag. Geduldiges Warten wird belohnt. Nicht lange, der Himmel klarte auf und wir konnten mit unseren 2 Booten aufs Wasser. Eberhard, unser Wanderer, der versprochen hatte, uns zum Etappenziel zu fahren und uns wieder abzuholen, startete ebenso zu seinem Vorhaben.

An diesem Tag passierten wir die Boots-Schleuse Rehlingen mit 40 m Länge, 6,75 m Breite und 8 Meter Fallhöhe. Wir wagten es nicht, mit 2 Booten gleichzeitig zu schleusen und die zur Tradition gewordene 11-Uhr-Loch-Pause musste durch die Verspätung etwas verschoben werden. Für die angedachte Mittagspause in Merzig auf dem Campingplatz hatten wir eine Ersatzlösung gefunden, weil nach 14.oo Uhr die benachbarten Lokalitäten geschlossen waren. Der Landdienst war gefordert. Kirmes in Merzig war angesagt und wir stärkten uns mit Fischbrötchen und Bratwurst, um für das Etappenziel Mettlach gewappnet zu sein. Vorbei an roten Sandsteinfelsen, die sich rechter Hand am Fluss entlangziehen, grünen bewaldeten Hängen bis zum Flussufer reichend und hinter Besseringen fängt, für die Ruderer kaum zu bemerken, die Saarschleife an. An vielen Naturschönheiten vorbei und mit wenig Schiffsverkehr passierten wir an diesem Tag noch die Schleuse Mettlach bevor wir die Boote beim Kanuverein lagerten.

Freitag, 11.5.2018:
der zweite Tag –Sonnenschein pur – von Mettlach, um 676 gegründet und um diese Zeit entstandene Benediktinerkloster sowie die Herren auf Burg Montclair prägten das damalige Leben. Durch die Säkularisierung infolge der französischen Revolution und den Verkauf des Klosters erwarb die Familie Boch um 1809 dieses Gebäude und richtete dort eine Keramikmanufaktur ein. Die bis heute existiert und unter dem Namen Villeroy & Boch wertvolle Porzellane produziert. Es ging weiter über Saarburg (Mittagspause in einem gemütlichen Lokal) nach Konz; die Boote konnten wir, dank eines freundlichen Hafenmeisters, im eingezäunten Gelände des Sportboothafen sicher ablegen

Samstag, 12.05.2018:
dritter Tag - Konz (Fluss-km 200) - Trier Rudergesellschaft (Landdienst-Wechsel) bis nach Schweich (Fluss-km – 17,11) dort Mittagspause (Landesteg und Restaurant vorhanden); da wir vom Rudern noch nicht genug hatten, nahmen wir uns die Etappe nach Pölich vor. Weitere 9 km, die gut zu schaffen waren. Diese Strecke ist Jürgen vorher in der Mittagspause mit seinem Auto abgefahren, um zu erkunden, ob wir dort einen Anlegesteg vorfinden würden.
In Pölich , am Campingplatz (gute Anlegemöglichkeit) wurden wir nett empfangen. Boote konnten wir direkt am Ufer lagern, in der Gastronomie war Stärkung angesagt, einige ließen sich zufrieden in die Liegestühle fallen, das Bier mundete und frohgelaunt ging es danach zurück nach Konz.

Sonntag, 13.05.2018:
letzter Rudertag von Pölich nach Trittenheim. (13 Ruderkilometer) Wir nahmen Abschied von unserem Hotel, die Koffer wurden verstaut. Es sah regnerisch aus – aber wie immer- Ruderkleidung an – Wetter wird an den Booten gemacht. Die Frage, ob wir überhaupt auf das Wasser gehen können, ließen wir unbeantwortet.
Wie so oft, am Campingplatz angekommen, verzog sich der Regen, die Boote waren schnell auf dem Wasser und wir ruderten die letzten 13 Kilometer zwar bei trübem Himmel – aber die Natur strahlte etwas Friedliches aus. Die vielen Motorboote, die wir einen Tag zuvor noch erdulden mussten, waren spurlos verschwunden, das Wasser war ruhig und die Landschaft wirkte beruhigend und erholsam auf uns.

Das Ziel Trittenheim (Fluss-Km 156, Anlegesteg direkt vor der Brücke) erreichten wir mit Pausen nach 1 ½ Stunden. Es war keine allzu große Arbeit, die 2 Boote zu verladen, um die Heimfahrt anzutreten.
Frühzeitig erreichten wir Neuwied, in der NRG (Restaurant Deichblick) bei Kaffee und Kuchen ließen wir die Tage Revue passieren und kamen zu dem Ergebnis, dass es eine gelungene Ruderwanderfahrt war. Ich danke all denjenigen, die dazu beigetragen haben. Ich denke, es waren alle. Was sagt doch noch Vater Raiffeisen: „Gemeinsam geht alles besser“.

In diesem Sinne: Ahoi

Christel Malzi