Sie befinden sich hier:

Leverkursen-Tour 2018

Das Beweisfoto
Das Beweisfoto Quelle: Martin Grzembke

Es gibt Traditionen, mit denen bricht der GTRVN nicht. So auch mit der alljährlichen 87 km-Tagestour von Neuwied nach Leverkusen. Nachdem die Fahrt in den Vorjahren häufig von Wetterkapriolen beeinträchtigt wurde, hatten wir diesem Jahr rein gar nichts zu beanstanden.

Acht Teilnehmer in zwei gesteuerten Dreiern starteten am Samstag, den 26.05.2018 pünktlich um 8 Uhr rheinabwärts in Richtung Leverkusen. Nach etwa 2 ½ Stunden und 35 geruderten km wurde eine Frühstückspause in Bad Honnef eingelegt. Von dort ging es weiter an Bonn und der Siegmündung vorbei bis nach Mondorf, wo nach weiteren 27 km eine längere Pause eingeplant war. Hier konnten verbrauchte Kalorien und leere Flüssigkeitsspeicher auf der Terrasse des Hafenschlösschens wieder aufgetankt werden. Auch wenn man uns dort zunächst etwas ruppig begrüßte, indem bereits vor dem Betreten der Terrasse klargestellt wurde, dass dort keine Tische verstellt werden dürfen, wurde dies durch das reichhaltige Kuchenbuffet wieder wett gemacht.

Nun waren noch 35 km bis zum Ziel zu rudern. Da kein Gegenwind herrschte und keine Gewitterschauer drohten, konnte auch dieses letzte Drittel der Tagestour entspannt angegangen werden. Für die Steuerleute war nun erhöhte Aufmerksamkeit angesagt, da der Rhein in und um Köln erwartungsgemäß stark befahren war. Aufgrund des schönen Frühsommerwetters beglückten uns zahlreiche Motorjachten, Jetskifahrer und Ausflugsboote mit ihren von allen Seiten auf uns zukommenden Wellen. Hinzu kam die Berufsschifffahrt, so dass von ruhigem Wasser keine Rede sein konnte. Dennoch schafften wir es, die beiden Dreier sicher durch die Rheinfluten zu manövrieren und trafen gegen 17 Uhr wohlbehalten beim RTHC Bayer Leverkusen ein.

Unsere Hoffnung auf ein kühles Kölsch und die legendären Frikadellen der Bootshauswirtin löste sich schnell in Luft auf, da die Gaststätte geschlossen war. Also gaben wir uns direkt an die Arbeit und machten die Boote fertig zum Verladen, in der Erwartung, dass unser Abholdienst bald zur Stelle sein würde. Es wurde später und später und Gerüchte über Autobahnsperrungen und Staus wirkten sich nicht gerade positiv auf unsere von Hunger, Durst und Müdigkeit beeinträchtige Gemütslage aus.

Gegen 18.15 Uhr kam unser Chauffeur Marius endlich mit Bus und Bootsanhänger auf den Hof gefahren. Ein Grund für seine Verzögerung war, dass der Bus zwischenzeitlich von anderen Vereinsmitgliedern genutzt worden war und diese es nicht für nötig befunden hatten, den für die Leverkusentour reservierten Bus wieder auszuladen. Also musste Marius den Bus erst ausräumen bevor er losfahren konnte. Viel schlimmer war allerdings, dass die freundlichen „Zwischennutzer“ unsere Kiste mit den Befestigungsgurten für die Boote, die wir am Morgen im Bus deponiert hatten, herausgestellt und nicht wieder in den Bus geräumt hatten. Also standen wir dort mit zwei Booten, einem Zugfahrzeug mit Anhänger, aber ohne Gurte! Glücklicherweise waren einige Leverkusener Ruderer anwesend und waren so nett, uns vier Gurte auszuleihen. Nun konnten wir endlich die Heimfahrt antreten.

Der gute Verlauf der Rudertour, das schöne Wetter und die Aussicht auf kühle Getränke und gutes Essen auf Ralfs Geburtstagsfeier oder alternativ dazu im Biergarten am Neuwieder Rheinufer ließ unsere Stimmung so langsam wieder in den positiven Bereich überspringen. Dennoch sei den „Zwischennutzern“ des Busses auf diesem Weg nochmals gesagt, dass man sich so unter Ruderern nicht benimmt. Wenn man den Bus schon, ohne vorherige Reservierung, nutzt, möge man ihn doch bitte genauso wieder bereitstellen wie man ihn vorgefunden hat!

Bettina Grzembke