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Schweiz-Wanderfahrt

Die drei Boote auf dem Lac de Morat
Die drei Boote auf dem Lac de Morat Quelle: Peter Daberkow
Auf dem Neuburger See vor Neuchatel
Auf dem Neuburger See vor Neuchatel Quelle: Peter Daberkow
Mittagspause in Büren an der Aare
Mittagspause in Büren an der Aare Quelle: Peter Daberkow
Stadtbesichtigung in Bern an der Aare-Schleife
Stadtbesichtigung in Bern an der Aare-Schleife Quelle: Peter Daberkow
Mittagspicknick beim Segel- und Ruderclub Biel
Mittagspicknick beim Segel- und Ruderclub Biel Quelle: Peter Daberkow
Die Teilnehmer beim Segelclub Murten
Die Teilnehmer beim Segelclub Murten Quelle: Peter Daberkow

Sommer-/Herbstwanderfahrt 2018 vom 19. September bis 27. September
Murtensee, Neuenburger See, Bieler See, Aare


Teilnehmer:
Günter Ballmann, Ernst Bergner, Peter Daberkow, Klaus Dalpke, Sandra Gundlach,
Dr. Thomas Hille, Dorothee und Klaus Huth, Christine und Dr. Jürgen Kloos,
Günter Möhl, Klara und Friedhelm Pasch, Ingrid Rauwolf, Irmgard Reisdorff,
Walter Schmitt, Christa Zöller


Lange geplant, in diesem Jahr realisiert: Eine Wanderfahrt in der französischen Schweiz, im Jura, einem Höhenzug zwischen Genf und Basel entlang der französischen Grenze, bekannt für die Schönheit seiner schroffen Kalkfelsen und seiner sanft hügeligen, weiten Hochebenen. Dazwischen liegen der Murtensee, der Neuenburger See, der Bieler See und der größte Fluss der Schweiz, die Aare. Eine Wanderfahrt, die einer besonders sorgfältigen Vorbereitung bedurfte. Bereits Anfang April fuhren Klaus Dalpke und Dr. Thomas Hille in die Schweiz, um die Strecke zu erkunden. Unsere Schweizer Ruderfreunde vom RC Solothurn, Beat und Gabi Hofer, halfen engagiert mit, die Strecke festzulegen und gaben uns wertvolle Tipps, um gefahrlos auf den Seen rudern zu können.

So machten sich am 19. September 17 Ruderinnen und Ruderer, weitgehend Senioren mit Jahrzehnte langer Rudererfahrung, auf den Weg in die Schweiz mit 3 „Vierern“, 2 Bussen und Bootsanhänger. Nach etwa 500 Kilometern kam das Team am Murtensee an, um abzuladen und die Boote für den 1. Rudertag vorzubereiten. Nach einer kurzen Fahrt zum zentralen Hotel in Biel war der Anreisetag geschafft. Biel ist eine moderne Industrie- und Handelsstadt. Die beschauliche Altstadt dagegen, umgeben von mittelalterlichen Gebäuden mit schönen Cafes und Restaurants, lockte zu abendlichen Spaziergängen.

Nach einem guten Frühstück im Hotel fuhr die Rudermannschaft zur ersten Einsatzstelle, dem Segelclub in Murten. Spiegelglatt lag der See vor uns, so dass ein Befahren ohne Risiko möglich war. Das nutzten wir natürlich reichlich aus und umrundeten den See in alle Richtungen. Zur Mittagspause hatte der Landdienst zur Stärkung ein Picknick in der Marina Vallamand organisiert. Bei strahlendem Sonnenschein lagen der See und die Schweizer Berge vor uns. Endstation der 1. Etappe war wieder der Segelclub in Murten.

Auch am 2. Rudertag begann die Etappe in Murten, aber mit Ziel Colombier am Neuenburger See. So war es geplant. Doch der Windbericht für diesen Tag verhieß nichts Gutes. Gegen Mittag sollte es anfangen ordentlich zu wehen. Und so kam es dann auch. Als wir den Broye-Kanal verließen, wurden die Wellen höher. Die geplante Anlegestelle am Campingplatz Gampelen wurde ausgelassen und direkt nach Marin Epagnier gerudert. Da war es schon recht ungemütlich. Wir mussten uns beeilen, die Boote aus dem Wasser zu nehmen. An ein Weiterrudern auf dem Neuenburger See war nicht zu denken. Der Landdienst verwöhnte uns wieder mit einem kräftigen Picknick. Im nahegelegenen Restaurant wurde noch ein Kaffee getrunken. Dann ging es mit dem Fahrzeugen zurück zum Hotel. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung.

Am 3. Tag hatte der Wind glücklicherweise nachgelassen, so dass wir auf dem Neuenburger See die Etappe vom Vortag teilweise nachholen konnten. Es ging von Marin-Epagnier bis kurz hinter Neuchatel und wieder zurück nach Marin-Epagnier. Dort zur Mittagspause wieder ein Picknick und dann weiter in den Zihlkanal bis zum Bieler See. Etappenziel war der Campingplatz Le Landeron. Interessiert schauten die Camper uns zu, wie wir die Boote aus dem Wasser nahmen. So etwas hatten sie offenbar noch nie gesehen. Auch eine Spaziergängerin, die mit ihrem Hund am Zihlkanal unterwegs war, rief uns zu, dass sie sich nicht an ein Ruderboot auf dieser Strecke erinnern könne. So waren wir auf diesen Teil der Ruderstrecke Exoten.

Nun schon der 4. Rudertag und wir wussten morgens noch nicht, was uns bevorstand. Zwar war gegen Mittag kräftiger Wind angesagt, doch glaubten wir, dass es wohl nicht so schlimm werden würde. Der Bieler See wird am Anfang von der St. Petersinsel geteilt. Das Wasser war zwar rauh, aber noch gut zu rudern und es war ja auch erst 10 Uhr, als der See in seiner vollen Breite sichtbar wurde. Dann frischte es auf, früher als gedacht. Die Wellen wurden höher und höher. Die Steuerleute hatten alle Hände voll zu tun, die Boote sicher über die Wellenkämme zu bringen. Gut, dass der Wind von hinten kam. Gegen den Wind wäre ein Weiterrudern unmöglich gewesen. Schaumkronen über Schaumkronen. Hin und wieder kam etwas Wasser ins Boot, aber nicht weiter gefährlich. Das „Wellenreiten“ machte sogar gewissen Spaß, denn die Wanderboote können rauhe See bis einem bestimmten Maße gut. vertragen. Dennoch war die Anspannung groß. Würden wir das Ziel erreichen? Ein Boot hatte sich etwas zu lang mit Pausen aufgehalten, so dass der Obmann ca. 3 Kilometer vor dem Ziel eine Weiterfahrt nicht verantworten wollte und in einem kleinen Hafen Schutz suchte. Die beiden anderen Boote erreichten mit Mühe den Seeclub Biel. Es war ein Erlebnis, was viele von uns in dieser Intensität noch nicht hatten. Am Seeclub Biel, traumhaft am See gelegen, nahmen wir die Boote aus dem Wasser. Dieses Mal schmeckte das vom Landdienst hergerichtete Picknick besonders gut. Ein Weiterrudern am Nachmittag: Bei den Wellen und Gegenwind nicht möglich. Vorgesehen war die andere Seite des Sees bis Täuffelen und zurück.

Nach diesem ereignisreichen Tag war Erholung nötig. So kam es uns gerade recht, dass am ruderfreien Tag eine Stadtführung in Bern gebucht war. Die Stadtführerin schlenderte mit uns vom Bärenpark aus 2 Stunden durch die Altstadt.

Die Bundeshauptstadt Bern hat ca. 125.000 Einwohner. Die in einer Aareschlaufe auf drei Seiten eingeschlossene Altstadt hat mit ihren Patrizierhäusern und Arkadengängen Aufnahme ins UNESCO-Welterbe gefunden. Der Bär ist das Wahrzeichen Berns. Am Bärenpark kann man sie lebendig beobachten. Weitere Sehenswürdigkeiten: das Bundeshaus, der Käfigturm, der Zytglogge-Turm, das Münster, die Schweizer Nationalbank, das Paul Klee Museum. Die Stadtführerin erwähnte auch, das Albert Einstein von Oktober 1903 bis Mai 1905 in Bern in der Kramgasse 49 gelebt hat, dem heutigen Einsteinhaus Bern, Dort ist ein Museum eingerichtet. Nach der Stadtführung hatte jeder noch Gelegenheit, Bern auf eigene Faust zu erkunden.

2 Etappen lagen noch vor uns und die Seen hinter uns. Vom Seeclub Biel ging es in den Nidau-Büren-Kanal zur Schleuse in Port. Wir waren angemeldet, so dass wir ohne Wartezeit in die Schleuse einfahren konnten. Wind war wieder unser ständiger Begleiter. Er frischte heftig auf und machte uns das Leben auf der Aare schwer, denn nun hatten wir mit Gegenwind zu kämpfen. Viele Wellen, aber auf dem Fluss nicht allzu hoch, so dass das Rudern zwar anstrengend, aber gefahrlos möglich war. Es ging zunächst bis Büren, einem malerischen Städten an der Aare. Kurz vor der historischen Holzbrücke konnten wir anlegen und das letzte Picknick direkt am Fluss genießen.

Im Laufe des Nachmittags erreichten wir problemlos den Anlegesteg des RC Solothurn. Unseren Ruderfreunden Gabi und Beat Hofer berichteten wir über unsere Erlebnisse während der 5 Rudertage. Nach der Rückfahrt zum Hotel hatte jeder noch Gelegenheit, sich in Biel umzusehen. Manche nutzten die Zeit zu einer Fahrt mit der Bergbahn nach Magglingen. Dort ist die Berner Fachhochschule untergebracht. Man hat einen wunderbaren Blick auf den Bieler See und die Berge im schweizerischen Jura.

Am 6. Rudertag die Kür. 6 Kilometer Aare abwärts und 6 Kilometer zurück. Glattes Wasser, keine Anstrengung, kein Landdienst. Der konnte mit Beat Hofer in einem „Dreier“ des RC Solothurn rudern. Alle waren zum Abschluss auf dem Wasser.

Am RC Solothurn wurden die Boote gereinigt und auf unseren Hänger verladen. Die Ruderwanderfahrt in der schönen Schweiz war zu Ende. Es waren spannende und ereignisreiche Tage, die jedem lange in Erinnerung bleiben werden. Gutes Wetter, viel Sonne,
angenehme Temperaturen und natürlich der Wind, der uns zu schaffen machte.

Auf Empfehlung von Beat und Gabi Hofer sind wir dann noch gemeinsam mit der Kabinenbahn auf den Weissenstein, dem Hausberg der Solothurner, gefahren und haben bei Kaffee und Kuchen die Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau genossen.

Zurück in Biel trafen wir uns zum Abschlussabend im Restaurant des Hotels. Das Hotel Dufour wird von einem Inder geführt. Das Essen war insgesamt sehr schmackhaft und 2 Mal wurden wir mit einem indischen Buffet verwöhnt. Sehr freundlicher und hilfsbereiter Service. Wir haben uns dort wohlgefühlt. Natürlich sind die Preise höher als in Deutschland, aber das wussten wir und haben uns darauf eingestellt.

Vor dem Essen ein Dank des Fahrtenleiters an alle Teilnehmer, die mitgeholfen haben, diese Fahrt möglich zu machen. Klaus Dalpke dankte auch Friedhelm und Klara Pasch für ihren jahrzehntelangen Einsatz im GTRVN und schenkte ihnen eine Lithografie von Paul A. Weber „Der Ratzeburger Achter“, denn sie werden keine Wanderfahrten mehr organisieren und auch Klaus Dalpke hat nach über 20 Jahren die letzte große Sommerwanderfahrt vorbereitet und durchgeführt.

Friedhelm Pasch dankte Klaus Dalpke und Dr. Thomas Hille im Namen aller Ruderinnen und Ruderer für die Vorbereitung und Organisation dieser außergewöhnlichen Wanderfahrt. Geschenke wurden überreicht und an die Kameradschaft und Erlebnisse bei vielen Wanderfahrten erinnert. Eine Ära der Wanderfahrten geht zu Ende, aber es werden sich neue Aktivitäten im Rahmen der Altersgruppen des GTRVN finden.

Klaus Dalpke