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Hauröder-Wanderung

Vortrag von E. Caspary am Wasserpark
Vortrag von E. Caspary am Wasserpark Quelle: Martin Grzembke
Quelle: Martin Grzembke
Quelle: Martin Grzembke
Quelle: Martin Grzembke
1965 / Mittelstufenabschlußfahrt , Jugendherberge Trier
1965 / Mittelstufenabschlußfahrt , Jugendherberge Trier Quelle: Horst Stein

  • Hauröder-Wanderung 2018 kollidiert mit Treibjagd


  • Sind GTRVN-Wanderer Jäger oder Gejagte?


Wer hätte gedacht, dass sich ein feucht-trüber Dezember-Samstag als Jagderlebnis für 70 GTRVN-Wanderer entpuppen würde? Aber der Reihe nach. Schon im Vorfeld der Hauröder-Wanderung 2018 zeichnete sich ab, dass diese Wanderung etwas ganz Besonderes werden würde. Die Anmeldungen gingen zunächst recht schleppend ein, so dass man davon ausgehen konnte, dass sich die zuletzt auf etwa 50 Wanderer eingependelte Jahresabschlusstour in diesem Jahr gesundschrumpfen würde. Weit gefehlt! Kurz vor Weihnachten war die Zahl der Anmeldungen auf 60 angestiegen und über Weinachten wurde die magische Grenze von 70 erreicht.

Am Samstag, den 29.12.2018, fuhr man gemeinsam zum Startpunkt der Wanderung, dem Wasserpark in Feldkirchen. Hier referierte GTRVN-Mitglied und ehemaliger Lehrer des Werner-Heisenberg-Gymnasiums, Ewald Caspary, als Zeitzeuge über die Ursprünge und Entwicklungen des früheren Wollendorfer Waldschwimmbades, das sich am Standort des heutigen Wasserparks befand. So erfuhren die Zuhörer, dass der bereits vor dem 2.Weltkrieg in Angriff genommene Bau eines Freibades im Jahr 1955 vom damaligen Wollendorfer Bürgermeister Wilhelm Jung realisiert wurde. Untermalt mit netten Anekdoten wurde die Beliebtheit des Bades in der Nachkriegszeit für jeden Zuhörer spürbar.

Gegen 11 Uhr ging es auf die Wanderstrecke. Der Weg führte zunächst über den Rheinsteig. Nach einem ersten Anstieg wurde ein Aussichtspunkt erreicht, der sich jedoch aufgrund des neblig-trüben Wetters am Tag der Wanderung wenig aussichtsreich präsentierte. Bei normaler Sicht eröffnet sich dem Wanderer dort ein guter Blick über das Neuwieder Becken mit dem kaum mehr wegzudenkenden Kühlturm des Kernkraftwerkes Mülheim-Kärlich. In Anbetracht der Tatsache, dass dieser sich im Abrissprozess befindet und bald auch ohne Nebel nicht mehr zu sehen sein wird, hatte Martin beschlossen, über die rechtlichen und planerischen Hintergründe des Baus und der endgültigen Stilllegung zu berichten.

Nach so viel theoretischem Input konnte es nun weitergehen. Ein recht unauffälliges Hinweisschild mit der Aufschrift „Treibjagd“ wurde nur vereinzelt wahr- und nicht wirklich ernst genommen. Beim Abstieg ins Reichelbachtal fand man ein weiteres Schild mit gleicher Aufschrift vor. Die Entscheidung, ob der Weg fortgesetzt wird oder nicht, wurde uns von einer herbeieilenden Jägerin abgenommen. Ausgerechnet heute fand offenbar genau in unserem Wandergebiet eine groß angelegte Treibjagd statt! Aufgrund fehlender Ortskenntnis konnte uns die bewaffnete Dame jedoch nicht weiterhelfen, ob die von uns in aller Kürze überlegte Alternativroute auch im Jagdgebiet liegt. Etwas ratlos kehrten alle 70 Wanderer um und hofften, dass Martin und Uli die Gruppe sicher aus den gefährlichen Jagdgründen führen würden.

Zum Glück führte die Alternativstrecke genau am Rand des Jagdgebietes vorbei. Wir trafen dann zunächst alle 100 Meter auf einen bewaffneten Jäger. Da wir uns wohl geringfügig von der erhofften Wildschweinrotte unterschieden, wurden keine Schüsse auf uns abgefeuert! Vielleicht sollten wir bei der nächsten Bestellung von Rettungswesten für das Rudern auch eine Bestellung von kugelsicheren Westen für die Hauröder-Wanderung aufgeben!

Mit leichter Verspätung, aber unverwundet, trafen wir zwischen 13.15 und 13.30 Uhr an der Christianshütte ein. Hier hatten Sebi und Niklas Glühwein, Laugengebäck und andere Köstlichkeiten für uns aufgetischt. Nachdem sich alle gestärkt hatten setzten wir die Wanderung kurz nach 14 Uhr fort. Über den Limesweg ging es in Richtung Brombeerschänke. Inzwischen war der Kühlturm des KKWs schemenhaft zu erkennen, aber Martin weigerte sich, seine Ausführungen vom Vormittag ein zweites Mal vorzutragen. Ohne weitere Hindernisse führte uns unser Weg zurück zum Wasserpark in Feldkirchen, wo wir diejenigen verabschiedeten, die nicht an der Abschlusseinkehr teilnehmen konnten oder wollten.

Wir verlagerten uns mit unseren Autos nach Irlich und kehrten dort gegen 15.45 Uhr in der Gaststätte Alt Irlich ein. Bevor das schon am Vormittag vorbestellte Essen serviert wurde, wurden alle Wanderer mit Getränken versorgt. Das Essen schmeckte hervorragend und die Wanderung klang in gemütlicher Runde aus. Zum Ende der Veranstaltung richtete Christoph das Wort an alle Teilnehmer und erinnerte daran, dass die Einkehr von Ruderern in der Gaststätte Alt Irlich eine lange Tradition habe, da man in früheren Zeiten nach Irlich gerudert sei, um dort einzukehren. Von daher freue er sich ganz besonders darüber, dass die Hauröder-Wanderung 2018 genau in dieser Gaststätte ihren Ausklang finde. Er dankte den Organisatoren und Helfern der Wanderung wünschte allen Anwesenden einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Ich möchte an dieser Stelle noch einen besonderen Dank an Herrn Ewald Caspary richten, der die Hauröder-Wanderung 2018 mit seinem sachkundigen und kurzweiligen Vortrag sowie mit seiner persönlichen Teilnahme sehr bereichert hat. Wir würden uns freuen, ihn auch im nächsten Jahr wieder als Teilnehmer, und gerne auch als heimatkundlichen Zeitzeugen, zur Hauröder-Wanderung begrüßen zu dürfen.

Bettina Grzembke


(Damit die "jungen" Leute eine Idee von Herrn Hauröder bekommen, hier ein Bild aus dem Jahr 1965)