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Leverkusen-Tour 2019

vorher
vorher Quelle: Martin Grzembke
Julle-Mannschaft
Julle-Mannschaft Quelle: Martin Grzeembke
Anlegen in Mondorf
Anlegen in Mondorf Quelle: Martin Grzembke
Pause im Hafenschlösschen
Pause im Hafenschlösschen Quelle: Ulrich Groß
ohne Worte
ohne Worte Quelle: Martin Grzembke
die Extraportion
die Extraportion Quelle: Martin Grzembke
die Domspatzen
die Domspatzen Quelle: Ulrich Groß
die letzten Kilometer
die letzten Kilometer Quelle: Martin Grzembke
zufriedene Gesichter
zufriedene Gesichter Quelle: Martin Grzembke
"nachher"
"nachher" Quelle: Martin Grzembke

Nach zwei verregneten Rudersamstagen zur Eurega und zum Anrudern war es am Samstag, dem 18.05.2019, endlich trocken und warm. Der ideale Tag für die jährliche Tagesfahrt nach Leverkusen! Schon um 7.30 Uhr trafen sich die 9 Wagemutigen am Bootshaus, um pünktlich um 8.00 Uhr in Richtung Leverkusen aufzubrechen. Bevor es losging wurde mit Unterstützung eines Wanderruderers aus Hameln noch das obligatorische Gruppenfoto „vorher“ geschossen. Dadurch verzögerten wir zwar das Anlegemanöver der Frühruderer der NRG. Ich hoffe, sie hatten Verständnis für unser morgendliches Fotoshooting.

Mit leichtem Schiebewind und zunächst sehr wenig Schiffsverkehr ruderten wir durch das spiegelglatte Andernacher Loch. Die ersten 35 km bis Bad Honnef vergingen wie im Flug, so dass wir um 10.30 Uhr dort eine ausgiebige Frühstückspause einlegen konnten. Bevor es weiterging, zeigte Helene uns, wie wir mithilfe einiger Yoga-Übungen unsere innere Mitte finden können. Bei allen hat es nicht geklappt, aber auch diejenigen ohne innere Mitte schafften es, wieder ins Boot zu steigen und weiter zu rudern.

So ruhig wie am Morgen war das Wasser im weiteren Verlauf nicht mehr, aber das tat unserer Stimmung keinen Abbruch. Auch die nun folgenden 27 km bis zum Hafen von Mondorf ruderten sich ganz locker vom Hocker bzw. vom Rollsitz. Bevor wir anlegten, begegneten uns zwei Boote, deren jugendliche Besatzungen ganz offensichtlich keine großen Glücksgefühle beim Rudern verspürten. Vielleicht hätten sie besser vor dem Rudern ein paar Yoga-Übungen machen sollen!

Mit freudiger Erwartung marschierten wir zum Hafenschlösschen von Mondorf, einem direkt am Ufer gelegenen Café mit einem hervorragenden Kuchenbuffet. Einige hatten sich die leckeren Kuchen und Torten schon bildlich vorgestellt und fieberten dem Kuchenbuffet entgegen. Beim Betreten des Cafés drohte unseren Schlemmerfantasien jedoch ein jähes Aus. Hatte die Inhaberin doch neuerdings von 13 bis 14 Uhr eine Mittagspause eingeplant! Als dann noch jemand von uns vorlaut äußerte „wegen Reichtum geschlossen“, verließen wir fluchtartig das Gebäude. Wir hatten uns jedoch nur wenige Schritte entfernt, als die Inhaberin uns zurückwinkte und erklärte, sie werde für uns eine Ausnahme machen und ihre Mittagspause verschieben. War dieser Sinneswandel nun auf unsere vorlaute Bemerkung zurückzuführen oder auf den entgangenen Gewinn? Wir werden es nie erfahren, aber das interessierte auch nicht weiter, da wir uns nun mit höchster Konzentration der Kuchenauswahl widmeten. Spätestens jetzt hatte jeder seine innere Mitte gefunden!

Nach der Mittagspause hatten wir die landschaftlichen Reize des Siebengebirges und die Stadt Bonn hinter uns gelassen. Das Wetter war uns jedoch weiterhin wohlgesonnen. Da konnten auch die zwischen Bonn und Köln gelegenen weniger schönen Industrieanlagen nichts dran ändern. Bei Rheinkilometer 675 erreichten wir die südliche Stadtgrenze von Köln, was sich insbesondere durch das erhöhte Aufkommen an Jetskis, Motorbooten und Ausflugsschiffen bemerkbar machte. Irgendwann kam noch eine gefährlich aussehende Rafting-Gruppe mit Schlauchboot hinzu. Wie zu erwarten, war das Fahrwasser im Bereich der Kölner Stadtmitte wellig und ungemütlich. Wer bisher trocken geblieben war, bekam spätestens hier seine Welle ab. Das Näherrücken unseres Ziels motivierte auf den letzten 5 km noch einmal, so dass wir bereits um 16.30 Uhr am Steg des RTHC Bayer Leverkusen anlegten. Unser Chauffeur Niklas erwartete uns schon und packte tatkräftig mit an, was wir sehr zu schätzen wussten, da sich nach 87 geruderten Kilometern nun doch eine gewisse Erschöpfung bei uns eingestellt hatte.

Bevor wir nach Neuwied aufbrachen, wurden die von Niklas mitgebrachten gekühlten Getränke noch schnell vernichtet. Da der Vereinsbus wegen eines Defekts wider Erwarten nicht zur Verfügung stand, mussten zwei Personen mit dem Zug zurückfahren. Wie nach der Erfahrung vom Anrudern (siehe Artikel) schon fast anzunehmen, gestaltete sich auch diese Zugfahrt nicht ohne Komplikationen. Uli und Kathleen brauchten jedenfalls 2 ½ Stunden, um sich bis nach Andernach durchzuschlagen, wo wir sie freundlicherweise mit dem Auto abholten. Immerhin brauchten die beiden nicht mehr beim Abladen und Reinigen der Boote zu helfen, denn das war pünktlich vor dem Einsetzen eines heftigen Regenschauers erledigt worden. Die diesjährige Leverkusentour hat jedenfalls bei allen Teilnehmern dazu beigetragen, unsere innere Mitte an diesem Tag zu finden, egal ob mit oder ohne Yoga. Wir alle waren am Abend glücklich und zufrieden, einen so schönen Rudertag miteinander verbracht zu haben.

Bettina Grzembke