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AH-Tour auf Saar und Mosel

Jeden Tag einen Tropfen aus der Region
Jeden Tag einen Tropfen aus der Region Quelle: Peter Daberkow
Es wurde etwas eng in der Bootsschleuse
Es wurde etwas eng in der Bootsschleuse Quelle: Peter Daberkow
Die Gruppe
Die Gruppe Quelle: Peter Daberkow

Alle Jahre wieder ist Himmelfahrt und alle Jahre wieder kommen an diesem langen Wochenende die Alten Herren (AH) des GTRV Neuwied aus allen Himmelsrichtungen zusammen, um gemeinsam auf die traditionelle AH-Wanderfahrt zu gehen.

So trafen sich auch in diesem Jahr 15 der jung gebliebenen alten Herren am Mittwoch vor dem Feiertag am Neuwieder Bootshaus, um in 2 Bussen die Fahrt nach Saarburg, dem Ausgangspunkt der diesjährigen Tour, anzutreten. Bereits mittags machte sich ein Vorauskommando mit Anhänger und 3 Booten auf den Weg, um die Boote auf der eigens frisch gemähten Wiese vor dem Bootshaus der Saarburger Rudergesellschaft für den nächsten Tag einsatzfähig zu machen und zu lagern.

Brauneberg hatte der Fahrtenleiter als Ausgangspunkt für die folgenden Tage gewählt und dort trafen sich dann dieTeilnehmer, um sich am ersten Abend in einem urigen Gewölbekeller auf die Wanderfahrt einzustimmen. Dabei wurde nicht nur über die Entstehung der Lagenbezeichnung „Brauneberger Juffer“ referiert, sondern darüber hinaus vom diesjährigen Fahrtenleiter Norbert Oster auch viel Informatives an die Teilnehmer weitergegeben.

Mit großem Beifall wurde die Ankündigung aufgenommen, dass als Novum erstmals in diesem Jahr täglich für jede Bootsbesatzung eine Flasche Wein von einer Lage, die an diesem Tag auf dem Wasser passiert worden war, zur Verkostung bereitgestellt sei. Da auch die Wetterprognosen für die nächsten Tage recht gut geworden waren, stand nunmehr einem Gelingen der Tour nichts mehr im Wege.

Am ersten Tag folgten die Neuwieder Ruderer dem Lauf der Saar, bis sie nach dem Passieren einer geräumigen Bootsschleuse zur Mittagszeit den vorgesehenen Rastplatz direkt an der Saarmündung erreichten. Frisch gestärkt ging es anschließend auf der Mosel weiter. Fast unbehelligt von Schiffsverkehr oder anderen vom heimischen Gewässer auf dem Rhein gewohnten Erschwernissen wurde es eine ruhige Fahrt entlang der langsam steiler werdenden Berghänge an den Flussufern. Das änderte sich, als es in der nächsten deutlich kleineren Bootsschleuse plötzlich etwas eng wurde für die 3 Ruderboote. Da machte sich die teils Jahrzehnte lange Erfahrung der meisten Teilnehmer im Umgang mit derartigen Widrigkeiten bezahlt, so dass alle Boote wenig später wohlbehalten das Etappenziel in Trier erreichten.

Der Abend sah die Ruderer beim gemeinsamen Essen auf dem Hotelschiff „River Bär“ und fand bei allen Teilnehmern großen Anklang.

Am nächsten Morgen hatten sich auch die letzten Wolken des Vortages verzogen. Nicht zum letzten Mal auf dieser Tour war Sonnencreme auf der Vormittagsetappe von Trier nach Schweich angesagt und die Ruderer waren froh, als sie sich bei der Mittagsrast unter großen Sonnenschirmen erholen konnten.

Doch viel zu schnell mussten sie schon wieder in die Boote steigen, denn es gibt keine AH-Tour ohne ein Kulturprogramm und das stand für den heutigen Spätnachmittag auf dem Programm. Nach gelungener Geheimhaltung bis zur letzten Minute, dirigierte der Fahrtenleiter die Truppe zum Zylinderhaus in Bernkastel, wo neben Oldtimern auf vier und zwei Rädern noch viele andere Exponate aus den 50er und 60er Jahren Jugenderinnerungen bei den Alte Herren wach werden ließen. Zusammen mit dem anschließenden Abendessen im dazu gehörenden Biergarten ein weiterer Höhepunkt der Reise.

Samstag. Die Zeit vergeht wie im Flug. Schon früh sind die 3 Boote im Yachthafen von Pölich, wo sie über Nacht sicher untergebracht waren, auf dem Wasser. Auch die kurz darauf zu bewältigende Schleuse wird ohne Wartezeiten oder andere Probleme passiert. Ruhe, Natur pur und kaum Schiffsverkehr auf dem meist spiegelglatten Wasser. An den Ufern lassen die Weinberge erahnen, warum Weine aus diesen Steillagen ihren Preis haben müssen. Eine kleine Flotte von nostalgischen Dampfbooten sorgt für etwas Abwechslung, bis schon recht früh das Mittagsziel im Yachthafen von Neumagen erreicht ist.

Hier hatte uns der Wirt in der Pizzeria am Hafen eigentlich noch gar nicht so früh erwartet. Aber er hatte wohl ebenso wie die Fahrtenleitung bei der Planung der Ankunft- und Abfahrtszeiten nicht mit der Fitness der alten Hasen gerechnet. Oder war es einfach nur die Routine der eingespielten Truppe, durch die sich im Nachhinein die Einplanung von Zeitpuffern als nahezu überflüssig erwies?
Wie auch immer, alle waren froh, als sie bei den ständig steigenden Temperaturen frühzeitig die Boote am Etappenziel in Mintlich an Land gebracht und sicher gelagert hatten, und dass es nach dem Transfer zum Hotel ausreichend Zeit gab, um bei einem kühlen Getränk auf der Terrasse oder in Form einer kurzen Siesta den Feierabend einzuläuten.

Den verbrachten die GTRVNler in einer Weinstube und waren nicht unglücklich darüber, dass bei den mittlerweile hochsommerlichen Temperaturen im kühlsten Raum des Hauses für sie eingedeckt worden war. Noch einmal wurden die alten Geschichten aus vergangenen Zeiten aus der Erinnerung hervorgeholt und wiederum tat jeder so, als würde er sie zum ersten Mal hören. So sind sie, die Alten Herren vom GTRVN und auch die jüngeren Teilnehmer, die erst in diesem und den letzten Jahren dazu gekommen waren, um den Altersdurchschnitt zu senken, hatten ihren Spaß an den alten Anekdoten.

Und dann der letzte Tag mit dem seit vielen Jahren bewährten Ablauf: Vormittags rudern mit einer letzten besonders hohen Schleuse. Am Ziel in Bernkastel die Boote versorgen und auf den Hänger verladen. Ein kurzes Picknick im Schatten der Bäume in der Parkanlage und dann die Heimfahrt. Zurück am heimatlichen Bootshaus werden die Boote gesäubert und sauber in den Bootshallen gelagert, bevor bei einem letzten Abschiedsglas noch einmal von allen das Vorhaben bekräftigt wird: Es wird sie auch im nächsten Jahr wieder geben: Die AH-Tour des GTRV Neuwied. Der Fahrtenleiter ist bereits benannt, das Ziel noch unbestimmt.

Nur eins ist gewiss: Es wollen alle wieder dabei sein.

Peter Daberkow