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Der GTRVN auf der Gießener Pfingstregatta

Der GTRVN Männerdoppelvierer
Der GTRVN Männerdoppelvierer Quelle: Stefan Kunz
Gerrit auf dem Weg zum Start
Gerrit auf dem Weg zum Start Quelle: Stefan Kunz
Melvin und Ruben machen die „Blueman“ startklar
Melvin und Ruben machen die „Blueman“ startklar Quelle: Stefan Kunz
Der Doppelvierer im Rennen
Der Doppelvierer im Rennen Quelle: Stefan Kunz
Fabian und Lukas vor dem Rennen
Fabian und Lukas vor dem Rennen Quelle: Stefan Kunz
Lukas mit seiner Medaille
Lukas mit seiner Medaille Quelle: Stefan Kunz

Zur 107. Auflage der Gießener Pfingstregatta reiste eine bunte Truppe von Ruderern des GTRVN um sich in den unterschiedlichen Alters-, Gewichts- und Leistungsklassen der Konkurrenz zu stellen. Erstmals auf einer Regatta vertreten war der Männer-Doppelvierer, die sich denkbar knapp im Finallauf um den „Schwarz-Preis“ geschlagen geben mussten. Doch der Reihe nach.

Das erste Rennen des Sonntags über die 1000m lange Strecke bestritt Gerrit Schäfer im Einer der B-Junioren. 30 Sportler hatten gemeldet, verteilt auf 3 Startbahnen kann man sich ausrechnen, dass das Ganze etwas länger dauert. In der 7. Abteilung unterlag Gerrit mit einem Rückstand von 9 Sekunden dem Ruderer aus Dortmund. Mit der Streckenführung hadernd (es hat niemand gesagt, dass Regattabahnen auf Naturstrecken inklusive Uferbefestigung immer geradeaus laufen müssen) bereitete er sich dann auf den Doppelzweier gemeinsam mit seinem Partner Felix Kordon aus Lahnstein vor. Im ersten gemeinsamen Rennen der beiden Sportler des jüngeren B-Jahrgangs mussten sie dann den Booten aus Speyer und Mannheim den Vortritt lassen. Hier sah man dann deutlich, dass gemeinsame Trainingskilometer fehlten. Etwas, dass bis zur nächsten Regatta geändert wird.

Lukas Effert, eigentlich in Wettkampfpause befindend, und Fabian Schönhütte, einstmals erfolgreicher Juniorenruderer und Ergo-EM-Zweiter für den RV „Weser“ Hameln, stellten sich in der „Blueman“ der Konkurrenz im Männer-Doppelzweier um den „Preis des Regatta-Vereins“. Mit knapp 6 (handgestoppten) Sekunden verpassten Sie den Sieg im Vorlauf und damit den Einzug ins Finale. Dennoch ein emotional etwas aufwühlender Moment für den mitgereisten Nicht-Trainer und Sportvorsitzenden. Zwei der erfolgreichsten Sportler mit denen ich es näher zu tun hatte in einem für den GTRVN neu beschafften Boot – das geht schlechter. Wo wir gerade bei Emotionen sind: Selbige kochten hoch, als der Männer-Doppelvierer um Lukas, Fabian und Melvin Hauschild, in Vertretung für Ruben verstärkt durch Leon Reuß vom KRCR, im Vorlauf des Hassia-Preises antrat. Auch hier wurde der Finaleinzug denkbar knapp mit 4 Sekunden über die 1000m verpasst. Im ersten Rennen der „Aura“ (einem aus Luzern geliehenen Rennvierer) lag es sicher nicht am Boot, dass der Sieg verpasst wurde. Die fehlenden gemeinsamen Kilometer waren der Mannschaft anzumerken, ein Manko an dem in den nächsten Wochen mit dem großen Ziel Deutsche Sprintmeisterschaften gearbeitet werden wird.

Kürzerer Strecke – neues Glück. So könnte man den zweiten Regattatag überschreiben. Am Pfingstmontag wird in Gießen die Strecke auf die Sprintdistanz von 350m verkürzt. Auch für noch nicht optimal austrainierte Sportler also die Chance, die vorhandene (Rest-)Kraft ins Boot zu bringen. Erneut durfte Gerrit Schäfer als Erstes ins Renngeschehen eingreifen. In seiner Abteilung erreichte er den zweiten Platz mit 2,5 Sekunden Rückstand auf den Sieger aus Friedrichshafen. Über die gleiche Distanz ging dann Max Horn im Einer der 14-jährigen Jungen ins Rennen. Er erreichte den dritten Platz hinter Sportlern aus Frankfurt und Großauheim. Max merkte man die fehlende Wettkampferfahrung an, wenn er dabei bleibt und fleißig weiter trainiert und werden mit der steigenden Erfahrung sicher auch die Erfolge kommen. Für Lukas Effert ging es im Einer gegen den Lokalmatador von der Gießener RG Hassia. Unser Sportler konnte das Rennen siegreich gestalten mit 40 Hundertstel Vorsprung überquerte er die Ziellinie. Knapp – aber gewonnen.

Eine ausgefeilte Logistik war notwendig um den Einer vom Wasser, den Doppelvierer als nächstes auf das Wasser und Lukas in das Boot zu bekommen. Gut, wenn man da ausreichend helfende Hände im Zugriff hat. Während die Logistikmaschinerie auf vollen Touren lief stellten sich Felix und Gerrit erneut der Konkurrenz im Doppelzweier der B-Junioren. Leider unterlagen sie auch in diesem Rennen gegen die Gegner aus Mannheim, die am Vortag zweiter wurden. Der erste Einsatz in Originalbesetzung des GTRVN-Doppelvierers führte die Männer in die Vorläufe um den „Sprint Cup“. Hier schieden sie leider denkbar knapp mit 26 Hunderstel Sekunden Rückstand aus. Unfreiwillig ein kurzer Moment zum Durchatmen. Auch der Männer-Doppelzweier wurde über die Kurzstrecke ausgetragen – hier verpassten Ruben und Melvin denkbar knapp mit 23 Hunderstel Sekunden die Finalteilnahme. Fabian und Lukas erreichten in Ihrem Vorlauf zwar Platz 2 waren aber langsamer als die zweitplatzierten des ersten Laufs und damit nicht im Finale.

Als reines Vereinsboot stieg die GTRVN-Truppe des Männer-Doppelvierers gegen Renngemeinschaften aus Dresden/Meißen/Trier und Frankfurt/Großauheim ins Boot. Die Truppe um Schlagmann Lukas Effert erreichte das Finale um den „Schwarz-Preis“ und unterlag nach leichten Steuerfehlern in selbigem mit 2 Sekunden Rückstand hinter den genannten Renngemeinschaften. Schade, hier war mehr drin!

Erkenntnisse des Wochenendes: Über alle Altersklassen hinweg müssen mehr Kilometer im Training investiert werden um die Boote siegreich zum Laufen zu bringen. Es ist schön zu sehen, dass die jungen Trainer ihre Sportler betreuen und noch selbst Rennen bestreiten. Ältere helfen Jüngeren, so soll das sein! Wir sind auf einem guten Weg um die jungen Sportler an die großen Regatten heranzuführen und die Männerruderer arbeiten hart an einer erfolgreichen Herbstsaison mit der Zielregatta Deutsche Sprintmeisterschaften. Ich freue mich darauf!

Stefan Kunz