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Nordholland-Tour

Lagebesprechung
Lagebesprechung Quelle: Axel Gundlach
Reisegruppe am Ruderclub Alkmaar
Reisegruppe am Ruderclub Alkmaar Quelle: Axel Gundlach
Pizza und Pipowagens
Pizza und Pipowagens Quelle: Axel Gundlach
Auf Texel – Rollsitz gegen Sattel getauscht
Auf Texel – Rollsitz gegen Sattel getauscht Quelle: Axel Gundlach
Unterwegs in Alkmaar
Unterwegs in Alkmaar Quelle: Axel Gundlach
Geschenk für den Fahrtenleiter – ein kleiner Pipowagen
Geschenk für den Fahrtenleiter – ein kleiner Pipowagen Quelle: Axel Gundlach

Am langen Fronleichnamwochenende unterwegs in und um Alkmaar

Wieder einmal war der ARZV in Alkmaar Start und Ziel einer Nordholland-Tour, die von Patrik bestens organisiert war. Die Devise in diesem Jahr lautete „getrennt schlafen, gemeinsam rudern“, denn zu den 12 erwachsenen Ruderern kamen noch 5 jugendliche Ruderer hinzu. Der Nachwuchs übernachtete auf Campingplätzen, die älteren mehr oder weniger gediegen in festen Betten.

Donnerstagmorgen um 9.00 Uhr – die letzten Anreisenden waren morgens um 5.00 Uhr in Neuwied aufgebrochen – großes Treffen am Bootshaus des ARZV. Die Boote werden aufgeriggert und los geht’s Richtung Den Helder auf dem Kanaal Alkmaar Kolhorn. Die Landschaft ist typisch holländisch: Schilf, Deich, Weiden, einzelne Höfe. Leider beginnt es zu regnen. Aber besser Regen als Gegenwind, den wir auf der gut 40 km langen Etappe gar nicht brauchen können. Nach ca. 20 km kommt die erste Schleuse. Danach ist Mittagspause und die Regenjacken können im t’Anker in Kolhorn an der Garderobe trocknen.

Weiter geht es am Ufer des Amstelmeers entlang in die 2. Schleuse und nach einem Stück auf einem schnurgeraden Kanal haben wir hinter unserer 3. Schleuse das Tagesziel erreicht. Die Boote werden im Schutz der Schleusenwärtertürme abgelegt. Noch wissen wir nicht, dass uns mit dem Erreichen unserer Übernachtungseinrichtung ein unvergessliches Erlebnis bevorsteht.

Patrik hat über das Internet – und dort wirklich sehr nett aussehend – Übernachtungen in „pipowagens“ gebucht. Die bunt angestrichenen Bauwagen, ein winziger Zirkuswagen und ein umgebauter Pferdetransporter sollen jeweils 3-4 Personen Platz bieten. Das tun sie, man kann allerdings dann weder eine Tasche abstellen noch sich irgendwie bewegen. Unsere Behausungen stehen auf einer Art Rindenmulch hinter den Stallungen von 13 Pferden , die nachts gegen die Stallwand treten. Zum Glück hat sich der Regen komplett verzogen, sonst würden wir im Matsch versinken. Aus unserem geplanten Restaurantbesuch wir d nichts, denn beim Taxi Vereinsbus ist der Schalthebel defekt. Heinz und Jonas reparieren großartig mit Bordwerkzeug und gefundenen Unterlegscheiben. Die Notlösung für das Abendbrot heißt bestellte Pizza. Alternativ dazu hätten wir braune Bohnen aus dem Glas essen können. Die hat nämlich der gute Sohn Patrik für seinen Vater in großer Menge eingekauft. So sitzen wir abends gemeinsam im Stuhlkreis, essen Pizza, trinken Bierchen, führen Wanderfahrtsgespräche und bestaunen die eine oder andere Ratte. Der Streichelzoo wird durch zwei kleine Kampfhunde, die zähnefletschend eher lustig aussehen, komplettiert. Das Frühstück gibt es morgens beim Betreiber in Küche, Wohnzimmer und auf der Terrasse. Dann geht es ab zur Fähre nach Texel.

2,50€ kostet die Überfahrt nach Texel. Dort erkunden wir die Insel mit Fahrrädern und können uns sogar in die erfrischende Nordsee begeben. Wir treffen uns zum Abendessen in einem Pannekoeken-Restaurant und setzen um 20.00 Uhr wieder über auf das Festland. Hier bleiben noch einige von uns am Strand, um dort einen traumhaften Sonnenuntergang zu erleben, während der Rest der Pipowagens-Gruppe zum Nachtquartier vorgeht.

Der dritte Tag, wieder ein Rudertag, führt uns auf dem Noordhollandsch-Kanaal Richtung Alkmaar. Nach guten 20 km biegen wir in ein kleines Kanälchen ab und rudern in diese Sackgasse bis zum Ende auf der Höhe des Küstenortes Petten. Die Boote können im stillen Wasser bleiben und wir gehen ein weiteres Mal Richtung Strand zum Entspannen und Baden.

Mit dem Bus wieder in Alkmaar angekommen ist die Freude über ein richtiges Hotelzimmer groß. Auch der Besuch einer Pizzeria klappt und einen Absacker bekommt man samstags in Alkmaar sowieso.

Am letzten Rudertag rudern wir die Boote bis Alkmaar und machen eine Stadtrunde. Alkmaar ist von einigen Kanälen durchzogen. Es gibt enge und niedrige Brückendurchfahrten (Skulls lang und zurücklegen) sowie enge Kurven. Unser Ziel ist ein Eis mitten in der Stadt, das an einer Eisglocke bestellt werden kann und ans Boot geliefert wird. Klar, dass andere Freizeitkapitäne ähnliche Ideen haben und der Platz auf dem Wasser eng und zum Teil umkämpft ist.

Nach dieser Erfrischung sind die letzten Kilometer zum Alkmaarer Ruderverein schnell zurückgelegt. Wir putzen und verladen die Boote und verabreden uns am Neuwieder Bootshaus. Mit Glück kommen wir ganz gut durch den Rückreiseverkehr und das Versorgen der Boote am Bootshaus geschieht routiniert.

Patrik macht Werbung für eine Vielzahl von anstehenden Fahrten. Aber nun gilt es erst einmal ihm für die einwandfreie Organisation herzlich zu danken. Immer unvergessen: Pipowagens.

Sandra Gundlach