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Deutsche Sprintmeisterschaften Essen-Kettwig 2019

Auch außerhalb des Boots ein Team
Auch außerhalb des Boots ein Team Quelle: Stefan Kunz
Am Start des Vorlaufs
Am Start des Vorlaufs Quelle: Klaus Schönhütte

Es ist vollbracht! Am Wochenende des 12. + 13. Oktober startete eine Auswahl der Athleten des GTRVN bei den Deutschen Sprintmeisterschaften in Essen Kettwig.

Für den Neuwieder Auftakt sorgte der Junioren-Doppelzweier der 15/16-jährigen mit Gerrit Schäfer und Linus David. Die beiden jungen Athleten starteten in einem Feld von 25 (!) Mannschaften bei ihrer ersten Teilnahme an einer großen überregionalen Regatta. Samstags in aller Früh startete das Team von Trainer Jonas Effert motiviert und hellwach in den Vorlauf. Nach einem schnellen Start kam das Team auf einem guten vierten Platz ins Ziel. Dieser qualifiziert zwar nicht direkt für das Halbfinale, lässt aber optimistisch auf den Hoffnungslauf blicken.

Voller Energie starteten die Jungs wenige Stunden später in ihren Hoffnungslauf. Hier mussten die Athleten dem hohen Druck und der Aufregung Tribut zollen und verpassten mit dem vierten Platz im Hoffnungslauf die Teilnahme am Halbfinale. Auch der Sportvorsitzende Stefan Kunz fieberte mit den Athleten vor Ort mit, konnte jedoch das frühe Ende des Abenteuers nicht verhindern. Nichtsdestotrotz können Athleten und Trainer zufrieden auf die abgelaufene Saison blicken und sich nun voll auf die anstehende Wintersaison konzentrieren. Wir blicken optimistisch in die kommende Saison, wenn sie weiter so konzentriert bei der Sache bleiben ist mit Linus und Gerrit in 2020 zu rechnen.

Etwas besser lief es für den Männer Doppelvierer um Ruben Falkenburg, Fabian Schönhütte, Melvin Hauschild und Lukas Effert. Die Südwestdeutschen Meister starteten in ihrem Vorlauf gegen namhafte Konkurrenz. Umso überraschender war für alle Beteiligten der deutliche Sieg und die damit verbundene direkte Qualifikation für das Finale am Sonntag. „Mit dem Sieg haben sich die Jungs den Hoffnungslauf gespart und gehen als Mitfavorit in das Finale.“, freute sich der mitgereiste Sportvorstand, der in der Vorbereitung für sein Herzensprojekt auch den Weg zurück ins Motorboot gefunden und dabei Wind und Wetter getrotzt hatte.

Am Sonntag stand um 13 Uhr das große Finale auf dem Plan. Das morgendliche Training wurde in gewohnter Routine abgehalten und der volle Fokus auf das letzte Rennen der Saison gelegt. Am Start liegend legten die vier Athleten aus Neuwied los wie die Feuerwehr. Mit kurzen schnellen Startschlägen legte sich das Team von Schlagmann Lukas Effert auf einen Medaillenrang, welcher mit allen Mitteln verteidigt wurde. Während des Rennens schob der Wind die Athleten auf der Ruhr an den Rand ihrer mit Bojen abgegrenzten Bahn. Ca. 100m vor dem Ziel passierte das, wovor sich jeder Rennruderer fürchtet: auf einem Medaillenrang liegend streifte das Team eine Boje, ein Skull verfing sich und die Konkurrenz zog an den Neuwiedern vorbei. Die Crew gab jedoch trotz der dramatischen Szenen nicht auf, schob das Boot wieder an und brachte das Rennen bestmöglich zu Ende – auch wenn mit Platz fünf die Medaille unglücklich verpasst wurde.

Sichtlich enttäuscht legten die Jungs später am Steg an. Der Ausgang der Regatta stimmt zwar nicht mit dem gesetzten Ziel überein, nichts desto trotz kann das Team stolz auf das Erreichte sein: ganze 10 Jahre liegen zwischen dem ältesten und dem jüngsten Athleten, während der Vorbereitung wurden Klausuren und eine Bachelor-Thesis geschrieben. Trotz all der widrigen Umstände wurde es geschafft aus vier individuellen Athleten mit Ecken und Kanten über die Saison ein Team zu formen, welches nicht nur bei Erfolgen, sondern auch bei Rückschlägen zusammenhält: eine Fähigkeit, die auf den zweiten Blick weit mehr Wert ist als in Edelmetall.

Im Namen aller Athleten bedanke ich mich bei allen angereisten Schlachtenbummlern, wir haben uns gefreut, dass ihr da wart!

Fabian Schönhütte