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Hauröder-Wanderung

Frostiger Morgen, Maria Laach im Hintergrund
Frostiger Morgen, Maria Laach im Hintergrund Quelle: Martin Grzembke
Ulis Vortrag zum Laacher-See-Vulkanismus
Ulis Vortrag zum Laacher-See-Vulkanismus Quelle: Catrin Heinze
von Mendig zum Tumulus/Nichenich über den Tumulus zum Waldsee
von Mendig zum Tumulus/Nichenich über den Tumulus zum Waldsee Quelle: Catrin Heinze
Pause am Tumulus
Pause am Tumulus Quelle: Catrin Heinze
Catering-Team Benedikt, Tom und Niklas
Catering-Team Benedikt, Tom und Niklas Quelle: Catrin Heinze
Ulis Vortrag zum Tumulus
Ulis Vortrag zum Tumulus Quelle: Martin Grzembke
interessierte Zuhörer, Nischengrab im Hintergrund
interessierte Zuhörer, Nischengrab im Hintergrund Quelle: Martin Grzembke
Vulkanschichten kurz vor dem Eppelsberg
Vulkanschichten kurz vor dem Eppelsberg Quelle: Catrin Heinze
Wandern in der Wintersonne
Wandern in der Wintersonne Quelle: Catrin Heinze
die Rübezahlbank am Waldsee
die Rübezahlbank am Waldsee Quelle: Martin Grzembke
Rückweg zum Parkplatz, Laacher See
Rückweg zum Parkplatz, Laacher See Quelle: Catrin Heinze

Hauröder-Wanderung, die Zweiundvierzigste

Christoph hatte im vergangenen Jahr recherchiert, dass die vom damaligen Protektor des Schülerrudervereins, Hermann Hauröder, initiierte Winterwanderung erstmalig im Jahr 1978 stattfand. Da es nach Aussage von Zeitzeugen keine Unterbrechung gab, müsste es also in diesem Winter die 42.Auflage der beliebten Wanderung gewesen sein.

Die Siebzigergrenze haben wir dieses Jahr bei der Teilnehmerzahl nicht ganz erreicht, aber von 67 Angemeldeten haben 62 Wanderer am Samstag, den 28.12.2019 eine etwa 14km lange Strecke zwischen dem Laacher See und Nickenich zurückgelegt. Das Alter der Teilnehmer lag zwischen 11 und 80 Jahren. Das Teilnehmerfeld zog sich während der Tour nicht nennenswert auseinander, so dass man von einer sehr homogenen Wandertruppe sprechen kann.
Auf dem an der Abfahrt Mendig (A 61) gelegenen Mitfahrerparkplatz wurden die Teilnehmer platzsparend in möglichst wenige Autos verpackt und zum Startpunkt der Tour gebracht. Gegen 10.50 Uhr ging es los. Das Wetter war sonnig und kalt und die zuvor matschigen Wege waren leicht gefroren und gut begehbar. Der erste Streckenabschnitt zeichnete sich durch schöne Ausblicke auf den Laacher See aus. Nachdem etwas Höhe gewonnen worden war, holte unser Heimatkunde-Fachmann Uli zum ersten Schlag aus. Andreas Bitte, sich mit seinen Ausführungen kurz zu halten, versprach er nachzukommen. Uli berichtete über die Entstehung des Laacher Sees, der weder ein Maar noch ein Kratersee ist, sondern eine wassergefüllte „Caldera“. Wir hörten etwas von plinianischer Phase und phreatomagmatischen Explosionen. Mit der bildlichen Erläuterung, es habe „puff“ gemacht, konnte dann auch jeder etwas anfangen.

Auf dem weiteren Streckenverlauf entfernten wir uns vom Laacher See und schlugen den Weg in Richtung Nickenich ein. Gegen 12.50 Uhr erreichten wir unsere Pausenstation am Tumulus von Nickenich, wo wir von unserem Catering-Team Niklas, Tom und Benedikt mit Glühwein, Tee und Laugengebäck bewirtet wurden. Nachdem Hunger und Durst gestillt waren, gab es noch etwas kulturelle Nahrung von Uli, um dem Wissensdurst (einiger) Genüge zu tun. Uli berichtete, dass es sich bei dem kreisrunden Bauwerk um ein gallorömisches Scheingrab handelt, das vermutlich zu einer nahe gelegenen „Villa rustica“, einem römischen Landhaus gehörte und im Jahr 1931 entdeckt wurde. Nur wenige Meter entfernt wurde ein Nischengrabmal mit römischen und keltischen Elementen entdeckt, das vermutlich mit dem Tumulus im Zusammenhang stand.

Nach der Pause ging es bergauf in Richtung Eppelsberg, einem Schlackenkegel-Vulkan, der vor ca. 230 000 Jahren aktiv war und sich noch in der aktiven Abbauphase befindet. Von dort aus führte der Weg noch ein kurzes Stück bergauf, bevor der Abstieg in Richtung Krufter Waldsee erfolgte. Hier nutzten insbesondere die kleineren Teilnehmer die Gelegenheit, auf der Rübezahlbank Platz zu nehmen, um kurzzeitig etwas größer zu erscheinen. Gegen 15.15 Uhr war der Kreis geschlossen und der Ausgangspunkt der Wanderung wieder erreicht. Wer noch nicht genug hatte, ging zu Fuß zum Mitfahrerparkplatz, alle übrigen wurden mit den vorhandenen Fahrzeugen dorthin gebracht.

Pünktlich um 16 Uhr stürmten wir die Vulkan-Brauerei Mendig. Das vorbestellte Essen wurde bald serviert und das hauseigene Vulkan-Bräu schmeckte hervorragend. Michael, der eigentlich eine alkoholarme Variante bestellt hatte, durfte sogar seine Jacke darin tränken. Die Bedienung war vermutlich noch in der Lernphase und ergoss das kostbare Gebräu über seine Stuhllehne. Die übliche Jahresabschlussansprache von Christoph musste dieses Mal leider entfallen, da er kurzfristig absagen musste. Aber auch ohne dieses Ritual brachten wir den schönen Tag sowie das GTRVN-Ruderjahr zu einem guten Ende.

Bettina Grzembke